Garteln ohne Hektik
Der Vollfrühling ist da, die Apfelbäume blühen - jetzt ist die schönste Zeit im Garten angebrochen. Damit aber der Stress draußen bleibt, verrät Ihnen Biogärtner Karl Ploberger die sieben wichtigsten Dinge, die nun im grünen Paradies zu erledigen sind.

Foto © Uwe J. Messer - Fotolia.comWer richtig vorsorgt, hat später Zeit für Musestunden in seinem grünen Reich
1. Rasen pflegen
Wer noch nicht gedüngt hat, jetzt ist es höchste Zeit dafür. Verdichtete Böden nach dem Mähen vertikutieren und mit Quarzsand bestreuen. Wer hat, der sollte dünn Kompost aufstreuen oder einen Bodenaktivator verteilen. Gut wässern und einmal pro Woche auf Stufe drei bis vier mähen. Nicht kürzer, sonst macht sich Unkraut breit.
2. Balkonkisterl setzen
Nehmen Sie immer frische Qualitätserde (braun, strukturstabil und mit Langzeitdünger versorgt). Ich mische etwas Kompost und Hornspäne unter. Je bunter sie setzen, desto weniger fallen Probleme mit einzelnen Pflanzen auf. Die robusteste Pflanze für extrem sonnige und dem Wetter ausgesetzte Standorte: die gute alte Geranie alias Pelargonie.
3. Dauerdünger streuen
Im Biogarten sind Hornspäne der beste und umweltfreundlichste Dauerdünger. Die geschroteten Klauen der Rinder liefern den Pflanzen Stickstoff. Allerdings nicht im Übermaß, sondern je nach Temperatur und Feuchtigkeit lösen Mikroorganismen genau jene Stoffe aus den Hornspänen, die die Pflanzen benötigen. Damit wird mit diesem Dünger niemals das Grundwasser belastet und der Dünger optimal ausgenützt.
4. Boden mulchen
Ein bequemer Sommer wird schon jetzt vorbereitet: Um weniger gießen zu müssen und weniger Probleme mit Unkraut zu haben, werden alle unbewachsenen Flächen im Garten mit Rasenschnitt, Holzfaser ("Toresa") oder bei den Sträuchern auch mit Rinden- oder Pinienmulch bedeckt. Das sieht nicht nur schön aus, sondern hält auch das Unkrautwachstum zurück und obendrein noch den Boden feucht.
5. Kübelpflanzen sichern
Die Zeit der heftigen Gewitter wird kommen, daher schon jetzt die großen Kübelpflanzen in den schönen Terrakottatöpfen sichern. Stehen sie auf der Terrasse, dann am Geländer festbinden. Stehen sie im Garten, dann mit Eisenanker im Boden fixieren und festbinden. Kübelpflanzen sind nun wöchentlich zu düngen.
6. Obstbäume schützen
Apfelwickler und Kirschfruchtfliegen sind nun unterwegs, daher Fallen aufstellen. Die wurmigen Äpfel gibt es kaum, wenn man sogenannte Pheromonfallen aufhängt. Der Sexuallockstoff der weiblichen Apfelwickler wird in Plastikhäuschen auf eine Leimfalle gelegt - die Männchen bleiben daran kleben. Und die Kirschfruchtfliege bekämpft man mit den beleimten (ungiftigen) Gelbtafeln. Die Fliege (aus deren Ei dann der Wurm in der Kirsche wird) fliegt auf Gelb.
7. Lücken füllen
So manches Stauden- und Blumenbeet weist Lücken auf. Mit Sommerblumen lassen sich diese Problemflächen rasch füllen: Ob Ringelblume, Schmuckkörbchen oder Kapuzinerkresse, die Kahlstellen im Beet werden rasch geschlossen, und das alles ganz preiswert.
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Weitere Tipps
Sie können jetzt alle Kräuter und Gemüsesorten ins Freiland setzen. Die Gefahr von Nachtfrösten wird von Tag zu Tag geringer. Ein Stück Vlies bleibt zur Sicherheit verfügbar.
Mulchen: Hat man zu wenig Mulch, dann Küchenkresse aussäen, Teile kann man verwenden, was zu viel ist wird abgeschnitten und bleibt als Mulch liegen.
Unkraut: Zupfen gehört zum autogenen Training, wer früh dran ist, hat später wenig Mühe.
Marillen: Die kleinen Fruchtansätze bei Bäumen bis zum siebten Standjahr auf vier Fingerbreit ausbrechen, später auf zwei Finger. Die Früchte werden größer, der Stress für den Baum geringer.











