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    Zuletzt aktualisiert: 11.04.2012 um 13:01 UhrKommentare

    Vom richtigen Zeitpunkt des Pflanzens

    Wer sich an den zehn Jahreszeiten der Natur orientiert, hat es bei der Gartenarbeit wesentlich leichter. Das Ploberger-Buch "Garteln im Takt der Natur" handelt davon.

    Foto © Ast - Fotolia.com

    Mit den vier Jahreszeiten finden Gärtnerin und Gärtner nicht das Auslangen, Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind nicht genau genug, um den richtigen Zeitpunkt für bestimmte Gartenarbeiten festzulegen. Es hätte wenig Sinn, den Schnitt eines bestimmten Strauches im März zu empfehlen, denn der März im Alpenvorland unterscheidet sich erheblich von jenem im tiefen Süden Österreichs. Zudem sind Lage und Kleinklima sowie Wetterbedingungen ausschlaggebend, wann bestimmte Arbeiten erledigt werden.

    Phänologischer Kalender

    Die Natur hält sich nicht an den Kalender, ein Phänomen, das schon seit Jahrhunderten beobachtet wird. Solche Naturbeobachtungen sind für Hobbygärtner ganz wichtig, denn die Tätigkeiten im Garten müssen mit den vorherrschenden Verhältnissen im Einklang sein. Eine Orientierungshilfe bietet die Phänologie, sie erforscht die Zusammenhänge zwischen dem Lebens- und Wachstumszyklus der Pflanzen und dem Wechsel der Witterung. Der phänologische Kalender kennt für die Vegetation zehn Jahreszeiten, Zeigerpflanzen sagen uns, wann was zu tun ist:

    Der Vorfrühling: Er startet mit dem Blühbeginn der Schneeglöckchen und der Haselnuss und endet mit der Blüte der Salweide und der Kornelkirsche.

    Der Erstfrühling: Er tritt ein, wenn die Buschwindröschen und Forsythien blühen und endet mit dem Öffnen der Kastanienknospen. Jetzt werden zum Beispiel die Rosen geschnitten.

    Der Vollfrühling: Da setzt die große Blütezeit ein - Apfel, Kastanie und Flieder stehen am Beginn dieser phänologischen Jahreszeit. Jetzt wird im Garten durchgestartet: Mulchen, Aussäen und Pflanzen stehen an.

    Der Frühsommer: Den Anfang macht die Blüte des Holunders, dann beginnen allmählich alle Rosen zu erblühen. Die ersten (roten) Früchtchen werden geerntet.

    Der Hochsommer: Die Sonnenblume ist der Inbegriff des Hochsommers, auch die Blüte der Sommerlinde ist ein untrügliches Zeichen. Wir schneiden abgeblühte Stauden zurück, säen Gründünger aus und genießen die Pracht.

    Der Spätsommer: Früchte in Hülle und Fülle zeigen den Start der sechsten Jahreszeit im phänologischen Kalender an, die Blüte der Herbstzeitlosen und die Frühäpfel signalisieren das Ende.

    Der Frühherbst: Zu Beginn ist der Schwarze Holunder zu ernten, und wenn Kornelkirschen und Kastanien reif sind, dann ist das Ende des Frühherbstes da. Es werden bereits Blumenzwiebeln für das nächste Jahr gepflanzt.

    Der Vollherbst: Er beginnt mit der Laubfärbung der Rosskastanie und endet, wenn die Eicheln reifen. Einwintern ist angesagt.

    Der Spätherbst: Zuerst wirft die Rotbuche die Blätter ab, am Ende der neunten Jahreszeit nach dem phänologischen Kalender setzt der generelle Laubfall ein. Schwere Böden werden jetzt umgegraben und die letzten Kübelpflanzen eingewintert.

    Der Winter: Die zehnte und letzte Jahreszeit bringt Gärtnerin und Gärtner die Winterruhe. Der kalendarische Zeitraum umfasst die Monate Dezember bis Februar.

    Karl Ploberger

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