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Zuletzt aktualisiert: 29.08.2012 um 13:11 UhrKommentare

Der lila Duft der Provence

Vom Gießen übers Schneiden bis zur richtigen Sorte: Sieben wichtige Lavendel-Regeln von Biogärtner Karl Ploberger, damit der Traum von Beeten wie in der Provence wahr wird.

Foto © Horticulture - Fotolia.com

1. Der richtige Standort ist vollsonnig. Halbschattige Plätze führen zu unhübschem Längenwachstum. Im Schatten überlebt Lavendel nicht lange.

2. Die richtige Erde: Lavendula angustifolia ist bei uns frosthart, wenn man eher trockene, kiesige, ja sogar steinige Standorte wählt. Ideal ist es, wenn man in das Pflanzloch Steine, Splitt und Tonscherben füllt. Algenkalk beim Pflanzen untermischen und jährlich ein wenig nachstreuen und oberflächlich einarbeiten. Neu gekaufte Pflanzen werden oft im Topf in einem Torfsubstrat kultiviert, dieses sollte man soweit es geht entfernen. Den Wurzelballen unbedingt aufreißen!

3. Kein Rindenmulch: Lavendel mag keine sauren Böden. Daher gedeiht er am besten, wenn man ihn gar nicht oder mit mineralischen Stoffen mulcht.

4. Nicht zu viel gießen: Die Erde sollte immer nur leicht feucht gehalten werden und darf durchaus auch einmal komplett austrocknen. Kurzzeitig schadet auch stark erhöhte Feuchtigkeit nicht. Winterstaunässe ist für den Lavendel aber tödlich. Wenig düngen!

5. Auf die Sorte achten: Es sind unzählige Lavendelarten bekannt, von denen in Mitteleuropa wegen seiner Frostresistenz aber nur Lavendula angustifolia verbreitet ist. "Hidcote Blue" gilt als die robusteste Sorte, hat das dunkelste Blau und wächst sehr kompakt. Beim Kauf aufpassen: Nur Pflanzen kaufen, die durch Stecklinge vermehrt wurden. "Hidcote Blue Strain" wurde durch Samen vermehrt und hat nur zum Teil die guten Eigenschaften der Eltern.

6. Richtig schneiden: Lavendel sollte man nach der Blüte stark zurückschneiden, und zwar so weit, dass nur noch ein paar grüne Blätter vorhanden sind. Momentan schaut das Minigehölz zwar mitgenommen aus, es treibt aber rasch aus und bildet in weiterer Folge einen dichten, buschigen Wuchs.

7. Lavendel vermehren: Am einfachsten geht das über Stecklinge, die außerordentlich gut wurzeln: Einfach einen halb verholzten Zweig abschneiden, die untersten Blätter und eventuell Blüten entfernen und in die Erde stecken. Nach wenigen Wochen gibt es bereits Wurzeln und im kommenden Jahr ist daraus schon wieder eine stattliche neue Lavendelpflanze geworden.

Karl Ploberger

Botanisches

Der Lavendel (Lavendula angustifolia) wird vom lateinischen lavare, "waschen", abgeleitet und bezieht sich auf seine Verwendung in Badeessenzen und -ölen. Der kleine Strauch, der eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen kann, wird auch heute noch insbesondere in Südfrankreich gewerbsmäßig zur Gewinnung des ätherischen Öls angebaut.

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