Rettet die alten Sorten - esst sie auf!
Bio alleine war gestern, heute zählt der Erhalt der Sortenvielfalt von Obst und Gemüse. Das neue "Arche Noah Kochbuch" nimmt sich der Rettung der alten Kulturpflanzen an - mit verlockenden Rezepten.

Foto © Fotolia: Stefan Körber
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind weltweit 75 Prozent der landwirtschaftlichen Vielfalt verloren gegangen und damit auch ganz wesentliche Kulturwerte. Schuld daran sind die fortschreitende Standardisierung und Industrialisierung unseres Ernährungssystems.
Wir verlieren unsere Wurzeln
Mit ihrem neuen Kochbuch versucht Beate Koller, Geschäftsführerin der Arche Noah, auf die Bedeutung der alten Obst- und Gemüsesorten für die Menschheit hinzuweisen. "Viele von ihnen verbindet eine jahrtausendelange Geschichte mit unserer Kultur", heißt es im Buch. Deshalb sei es wichtig, die vergessenen Spezialitäten nicht nur wieder anzupflanzen, sondern sie auch ins alltägliche Kochrepertoire aufzunehmen.
Gut und gesund
Vielen modernen Züchtungen fehle es, so Koller, nicht nur an Geschmack, sondern auch an lebenswichtigen Inhaltsstoffen. Zusätzlich würden Faktoren wie Bodenbeschaffenheit und Düngung die Charakteristika von Obst und Gemüse prägen. "Als Grundregel gilt, dass "saisonal produzierte, reife Früchte aus biologischem Freilandanbau gute, an wertvollen Inhaltsstoffen reiche Lebensmittel sind". Studien belegen gar, dass alte Sorten im Vergleich zu jenen modernen gegen Krankheiten wie etwa Herzerkrankungen vorbeugen können.
Gemüse auf den Tisch
Vegetarier werden ihre helle Freude mit dem Kochbuch haben, stehen doch Gemüse- und Obstrezepte im Mittelpunkt. Von Mariniertem, Gegartem, Gedünstetem, Gefülltem, Suppen, Pürees und Eingelegtem bis hin zu Süßem spannt sich der Bogen der Rezepte, der spannende Geschmackserlebnisse erwarten lässt. "Winterpostelein mit geröstetem Talggen" stehen ebenso auf dem Speiseplan wie "Kipflerbohnen mit Nussbröseln" oder "Mus vom Klarapfel".
Geschichte und Wirkung
Begleitet werden die Rezepte von informativen Anmerkungen über die Geschichte, Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen der alten Sorten. Dazu werden in kleinen, aber feinen Häppchen Anekdoten aus aller Welt zu den alten Kulturgütern serviert. Als Bonus gibt es Anbautipps und Kulturanleitungen für den Balkon.
Features
Die Autorin
Beate Koller, geboren 1972, Diplombiologin mit Schwerpunkt Biodiversität von Kulturpflanzen.
Seit 2000 Geschäftsführerin der Arche Noah, einer privaten gemeinnützigen Organisation zur Erhaltung, Verbreitung und Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt mit über 8.000 Mitgliedern im In- und Ausland.
Zahlreiche Projekte und Kooperationen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Kulturpflanzen, Publikationen, Ausstellungs-, Redaktions- und Vortragstätigkeiten.
Der Koch
Johann Reisinger ist Experte in seinem Fach; Haubenkoch, Foodstylist, Kochbuchautor, Initiator und Leiter von Seminaren (Gründung Gemüseplattform, Forschungszentrum Schönbrunn 2000; Kooperation mit Arche Noah) und Lehrer an einer Tourismusschule.
Seine Berufung ist die Vermittlung von Geschmack, ursprünglichem Wissen und Freude an Lebensmitteln.
Der Fotograf
Stefan Liewehr begann nach einer Fotografenlehre in Wien und einem Praxisjahr in Stuttgart in Werbeagenturen als Grafiker und Konzeptionist zu arbeiten. Vor mehr als 18 Jahren begann er sich auf Foodfotografie zu spezialisieren. Er illustrierte bislang 16 Kochbücher.












