Es ist Zeit zum Schneiden
Blüht die Forsythie, dann werden die Rosen geschnitten. Aber nicht alle kommen dran, hier die wichtigsten Regeln.

Foto © Liane M. - Fotolia.comObstbäume können bis in den April hinein geschnitten werden
Hier wird kräftig geschnitten: Beet- und Edelrosen vor allem dann, wenn sie im Vorjahr von Pilzkrankheiten heimgesucht wurden. Immer auf ein Außenauge schneiden, damit die Rose nicht zu dicht wächst. Sommerflieder (Schmetterlingsstrauch) um gut zwei Drittel zurückschneiden. Auch der Holunder wird kräftig geschnitten, er blüht auf einjährigen Trieben.
Auch im Staudenbeet werden die abgefrorenen und vertrockneten Teile nun bodeneben entfernt. Laubhecken, die kräftig reduziert werden sollen (Hainbuche, Liguster etc.), können nun auch geschnitten werden. Clematis, die im Spätsommer oder Herbst blüht, wird bis auf 30 cm geschnitten, die frischen Triebe bilden die neuen Blüten. Sommerblühende Clematis um gut die Hälfte reduzieren, sie blühen auf den vorjährigen und den neuen Trieben.
Nur sanft
Und bei den Hortensien wird nur die Schneeballhortensie ("Annabelle") kräftig geschnitten. Herbsttragende Himbeeren komplett zurückschneiden. Hier ist sanfter Schnitt sinnvoll: Kletterrosen und Strauchrosen (viele Englische Rosen) können ein wenig ausgelichtet werden. Ein zu starker Schnitt ist nicht sinnvoll, da zu viele Äste mit Blüten verloren gehen.
Obstbäume können bis in den April hinein geschnitten werden. Gerade die besonders stark wachsenden Bäume werden so im Wachstum gebremst. Aber niemals mehr als ein Drittel der Äste ausschneiden, sonst wird nur ein noch stärkeres Wachstum verursacht. Möglichst so schneiden, dass waagrechte Äste zurückbleiben. Sie bilden im kommenden Jahr Blüten und Früchte.
Hände weg von der Schere bei alten Rosen, historischen Rosen und Wildrosen. Alle, die nur ein Mal blühen, werden nicht geschnitten (ev. vertrocknete Triebe entfernen). Diese Rosen blühen nur auf Vorjahrestrieben.
Features
Zum Thema
Weg mit der Schere!
Keine Sträucher schneiden, die im Frühjahr blühen: z. B. Forsythie, Flieder etc. Man würde die Blüten wegschneiden. Nach der Blüte kann hier (dezent) geschnitten werden. Rhododendren und Azaleen nicht schneiden, auch die Gartenheidelbeeren bleiben ungeschoren. Hier werden nur alle paar Jahre einige der ältesten Triebe herausgeschnitten, damit sich die Pflanze verjüngt.
Buchtipp
"Hecken-, Strauch- und Obstbaumschnitt" (Stocker Verlag) ist kein Buch mit prächtigen Farbbildern, aber eines, das wirklich fundiert die wichtigsten Schnittregeln vorstellt. Viele Zeichnungen zeigen, wie man Rosen, Obstbäume, Ziergehölze und auch Hecken in Form bringt. Auch das Veredeln wird klar und einfach erklärt. Josef Vötsch hat das Buch schon vor einigen Jahren geschrieben und es wird in immer neuen Auflagen nachgedruckt. Ein Beweis für die Nützlichkeit. Das Praxisbuch ist außerdem auch preiswert (16,90 Euro).











