Invasion des chinesischen Falters
Der Buchsbaumzünsler - ein aus China eingeschleppter Falter - wird immer mehr zur Bedrohung heimischer Buchsbaumkulturen.

Foto © Wikipedia Commons / TschoppiDie Raupen sind bis zu fünf Zentimeter lang, gelbgrün bis dunkelgrün sowie schwarz und weiß gestreift, mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarzer Kopfkapsel
Es ist eine weitere Hiobsbotschaft für Heimgärtner und Pflanzenliebhaber. Nach Miniermotte, Maiswurzelbohrer und Co. bedroht nun ein völlig neuer Schädling heimischen Pflanzenbestand: Der chinesische Buchbaumzünsler (Diaphania perspectalis), ein aus China über Deutschland nun auch in die Steiermark eingeschleppter Schmetterling, hat es auf die Buchsbäume abgesehen. Die fünf Zentimeter große, gelb-grün gestreifte Raupe des gefräßigen Neulings vertilgt nicht nur die Buchsbaumblätter in Massen, sondern auch die grüne Rinde.
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Konnten besorgte Kleine Zeitung-Leser und Experten das unheilvolle Wirken des neuen Schädlings zunächst lediglich in Graz feststellen (wir berichteten), so breitet sich der Falter nun offensichtlich auch in anderen Teilen der Steiermark rasant aus. "Die zahlreichen Buchsbäume des Friedhofs in Burgau wurden von den Raupen innerhalb weniger Tage entlaubt. Es ist ein trauriges Bild", berichtet der Oststeirer Dominik Reiner.
Aufs Skelett leer gefressen
Währenddessen hat der Buchsbaumzünsler in Graz bereits weitere Spuren der Verwüstung hinterlassen. Walter Köstenbauer, selbst Betroffener der Fressattacken der Falter-Raupen, weiß von zahlreichen Gärten und Friedhöfen in mehreren Grazer Bezirken, wo Buchsbäume bis auf das Skelett leer gefressen wurden. Seit Wochen kämpfe er gegen die "Invasion in seinem Garten" und ärgert sich, dass von den öffentlichen Stellen bisher nicht auf den neuen Schädling reagiert wird.
Glyphodes perspectalis
Der Buchsbaumzünsler (Glyphodes perspectalis) ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae), der zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa eingeschleppt wurde.
Pflanzenschutzexperte Peter Klug von der steirischen Landwirtschaftskammer weiß, warum: "Noch gibt es kein Bekämpfungsmittel, das offiziell für den Buchsbaumzünsler registriert ist, weil er so neu ist." Da sollte bald etwas geschehen, so Klug.
Der steirische Schmetterlingsexperte Heinz Habeler warnt vor der Gefahr des neuen Falters: "Zwar ist der Falter durch die derzeitige Kühle etwas gehemmt. Der Neuankömmling ist aber sehr mobil, hat bei uns keine natürlichen Feinde und wird sich rascher ausbreiten, als uns lieb ist".
Bedrohlich sei auch, dass jährlich vier Generationen des Falters heranwachsen. Ihre Bekämpfung gestaltet sich zudem schwierig, weil das "Gespinst um die Raupe chemisch schwer zu durchdringen ist", so Habeler. Natürliche Feinde wie Schlupfwespen gebe es noch nicht. Walter Köstenbauer schwört inzwischen auf das Celaflor-Konzentrat "Careo", das auf einen guten Teil der Raupen tödlich wirke.
Der China-Falter könnte dennoch eine ähnliche "Karriere" machen wie andere neue Schädlinge der Sorte Rebzikade und Distelfalter (siehe rechts).












