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Zuletzt aktualisiert: 31.05.2010 um 11:10 UhrKommentare

Maßnahmen zur Schnecken-Bekämpfung

Foto © APA

Schnecken zählen zu den unangenehmen Gartenbewohnern. Sie machen sich über zartes Gemüse her, durchlöchern Hostablätter und hinterlassen nichts als Schleimspuren, wo prachtvolle Dahlien oder Chrysanthemen blühen sollten. Gartenbesitzer sind selten gut auf sie zu sprechen und versuchen oft vergebens, sie aus dem Garten fernzuhalten.

Die kleine Ackerschnecke und die Spanische Wegschnecke bereiten die größten Probleme. Letztere legt bis zu 400 Eier pro Jahr. Sie wurde in den 1950er Jahren mit einer Salat-Sendung aus dem Mittelmeerraum eingeschleppt und hat die heimische Rote Wegschnecke inzwischen verdrängt. Robuster und gefräßiger lässt sich die Spanierin schwerer bekämpfen als die ursprüngliche Art. Fast immer überleben einige Exemplare noch so drastische Vernichtungsfeldzüge. So baut sich rasch wieder eine neue Population auf. Außerdem halten Schnecken sich nicht an Gartengrenzen und wandern, wenn leckeres Gemüse lockt, von außen zu. Trotzdem versprechen verschiedene Strategien einigen Erfolg.

Mechanische Abgrenzung

Dabei geht es meist nicht um den gesamten Garten, sondern um gefährdete Bereiche wie das Erdbeer-Beet, die Hosta-Ecke oder den frisch gepflanzten Salat. Sie lassen sich durch Schneckenzäune vor dem Schneckenangriff schützen. Als 20 bis 25 Zentimeter hohe Bauwerke umschließen sie den Schutzbereich. Die Zäune besitzen an der oberen Kante einen abweisenden Falz, über den die Schnecken nicht hinwegkriechen. Es gibt auch eine Zaunvariante, die die Schnecken mit schwachem Strom fernhält.

Chemische Mittel

Eine Alternative zum Schneckenzaun ist die Schneckenabwehr-Paste auf Paraffinbasis. In etwa fünf Zentimeter Breite rund um den gefährdeten Bereich gestrichen, entwickelt sie bei Berührung einen so unangenehmen Geschmack, dass die Schnecke die Sperre nicht überwindet. Für das Bestreichen eignen sich alle einigermaßen glatten Untergründe wie Beeteinfassungen, Mauersockel, Pflanzgefäße, Stein- oder Holzplatten.

Bekämpfung

Das dient entweder dazu, im gesamten Garten oder in Teilen davon die Schnecken drastisch zu reduzieren oder aber den Bereich innerhalb des Schneckenzauns schneckenfrei zu bekommen. Bierfallen sind ein beliebtes Mittel dafür. Sie einzusetzen ist aber nur innerhalb eines Schneckenzauns sinnvoll, sonst ziehen sie mehr Schnecken an, als sie vernichten. Über den Erfolg der Falle entscheidet die Frische des Bieres. Denn nur der Alkohol im Bier lässt die Schnecken sterben. Alkoholfreies Bier wirkt daher genauso wenig, wie schales Bier, aus dem der Alkohol verdunstet ist.

Umstritten ist der Einsatz von Schneckenkorn. Herkömmliches Schneckenkorn vernichtet die Weichtiere durch Metaldehyd. Sie verenden meist deutlich sichtbar an der Erdoberfläche oder auf Wege-und Platzflächen. Außerdem lehnen biologisch gärtnernde Menschen Schneckenkorn oft ab. Bei Schneckenkorn auf Eisenphosphat-Basis kommt der Wirkstoff natürlich im Boden vor - wenn auch nicht in so hoher Konzentration. Schnecken mögen ihn und überfressen sich förmlich daran. Sie ziehen sich dann in den Boden zurück und gehen ein.

Umbau

Schnecken sind Feinschmecker. Sie bevorzugen Gärten, in denen junges Gemüse wächst und wandern dorthin. Es gibt aber auch genügend Pflanzen, die sie nicht mögen. Reizvoll bleibt der Garten trotzdem, wenn Staudenphlox, Schaublatt (Rodgersia) und Veronica einziehen, statt Rittersporn und Eisenhut. Manchmal reicht schon der Wechsel zu einer anderen Art oder Sorte, um Schnecken abzuhalten.

Weitere Anti-Schneckenrezepte

Asche, Sand, Kalk oder Fichtennadeln ausstreuen? Die Rote Wegschnecke lässte sich damit fernhalten, die robuste Spanische nicht. Schlupfwinkel in morschen Bretter und feuchten Tonziegeln sind eine bewährte Methode, regelmäßiges Absammeln ist aber nötig. Nützlinge wie Vögel, Igel und Laufkäfer reduzieren die Anzahl der kleinen Ackerschnecken zuverlässig. Die Spanische Wegschnecke ist ihnen ausgewachsen aber zu groß und schmeckt ihnen nicht. Das Gießen der Gemüsepflanzen mit Kaffee- und Moos-Extrakten erwies sich in Versuchen als wenig wirksam und hat Schnecken nicht abgehalten.

Quelle: APA

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