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Zuletzt aktualisiert: 08.10.2010 um 17:27 Uhr

Männer wohnen anders – Frauen auch!

Wie alltagstauglich sind Klischees? Gibt es das überhaupt, "Gender furnishing", herrschen da gewisse Unterschiede, wie sich Frau und Mann ihr Nest gestalten? Der Experte sagt: Ja!

Typisch Mann?

Foto © Fremde Kulturen halten Einzug ins HausTypisch Mann?

Mars und Venus beim Einrichten: Er will etwas zum Lümmeln, sie will wissen, ob der Einrichtungsgegenstand auch praktisch und leicht zu reinigen ist. Ein Klischee? Wie man's nimmt: In Wirklichkeit lassen sich geschlechtsspezifische Unterschiede aus Sicht des Experten auch beim Einrichten und Gestalten entdecken. Zuerst die gute Nachricht: Es gibt auch Gemeinsamkeiten!

So sind sich Frau und Mann derzeit zumeist nicht nur bei der Auswahl der Far- ben einig – die aktuell modernen Erdtöne gefallen vielen -, sondern haben sogar zumindest einen Raum im Haus, der als Gemeinschaftsreich auch beim Einrichten betrachtet wird: "das Wohnzimmer", sagt Innenarchitekt luc ewald maurell: "Wenngleich die Auswahl der technischen Geräte und die Freude daran immer noch eher dem Mann obliegt." Was die Frau gewährt. Immerhin bleibt ihr dafür die Auswahl der Deko. Was wiederum der Mann gewährt. Dennoch: Auch Single-Männer legen Wert auf Wohnaccessoires. maurell: "Diese sind dann entweder technisch orientiert, sind markante Leuchten oder bananenförmige Telefonhörer. Oder sie sind mystisch, wie etwa afrikanische Masken, Speere, Zebrafelle."

Auch verzichten Männer oft auf Vorhänge und lieben Antiquitäten. "Frauen sind eher im engeren Kreis orientiert, machen sich das Ganze heimelig – und praktisch. Bunte Vasen und Gräser, Keramik, Kräutertöpfe in der Küche, das ist ihr Ding." Und: "Viele Pärchen merken es oft gar nicht, dass sie zwar gemeinsam da sind, aber nur einer kauft. Oft sind die Männer nur körperlich anwesend."


Foto

Foto © lemaurell.com

Luc Ewald Maurell, Innenarchiteckt ung LifestylecoachFoto © lemaurell.com

"Einigkeit herrscht bei den Farben"

Gibt es geschlechtsspezifisches Wohnen überhaupt?
LUC EWALD MAURELL: Ja klar, auf jeden Fall! Ganz typisch ist es, wenn ein Paar sich schon beim Hausbauen nicht einig ist: Er möchte Fensterfronten, sie möchte so viel wie möglich geschlossen haben, ein Haus als schützende Höhle. Sie will nicht in der Auslage sitzen, er genießt die Aussicht.

Setzt sich dann einer durch? Oder gibt es Kompromisse?
MAURELL: Einer setzt sich durch! Beim Einrichten, wenn es zum Beispiel um Technik geht, lassen viele Frauen im- mer noch den Mann machen. Was aber etwa Deko betrifft, entscheidet – für das ganze Haus gesehen – eher die Frau. Das heißt nicht, dass es immer so ist, aber meistens.

Ist die Küche immer noch das Reich der Frauen?
MAURELL: So krass ist es sicher nicht, aber in den meisten Fällen ist es eher ihr Bereich. Ich kenne kaum Fälle, in denen die Küche nur der Mann ausgesucht hätte. Der redet dann eher bei den Preis- verhandlungen. Und was auffällt: Die Frauen haben in puncto Küche tendenziell lieber männliche Be- rater als weibliche. Jedenfalls: Wenn es um die Modefarben Creme und Braun geht, sind sich Frau und Mann ziemlich einig.

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