Männer wohnen anders – Frauen auch!
Wie alltagstauglich sind Klischees? Gibt es das überhaupt, "Gender furnishing", herrschen da gewisse Unterschiede, wie sich Frau und Mann ihr Nest gestalten? Der Experte sagt: Ja!

Foto © Fremde Kulturen halten Einzug ins HausTypisch Mann?
Mars und Venus beim Einrichten: Er will etwas zum Lümmeln, sie will wissen, ob der Einrichtungsgegenstand auch praktisch und leicht zu reinigen ist. Ein Klischee? Wie man's nimmt: In Wirklichkeit lassen sich geschlechtsspezifische Unterschiede aus Sicht des Experten auch beim Einrichten und Gestalten entdecken. Zuerst die gute Nachricht: Es gibt auch Gemeinsamkeiten!
So sind sich Frau und Mann derzeit zumeist nicht nur bei der Auswahl der Far- ben einig – die aktuell modernen Erdtöne gefallen vielen -, sondern haben sogar zumindest einen Raum im Haus, der als Gemeinschaftsreich auch beim Einrichten betrachtet wird: "das Wohnzimmer", sagt Innenarchitekt luc ewald maurell: "Wenngleich die Auswahl der technischen Geräte und die Freude daran immer noch eher dem Mann obliegt." Was die Frau gewährt. Immerhin bleibt ihr dafür die Auswahl der Deko. Was wiederum der Mann gewährt. Dennoch: Auch Single-Männer legen Wert auf Wohnaccessoires. maurell: "Diese sind dann entweder technisch orientiert, sind markante Leuchten oder bananenförmige Telefonhörer. Oder sie sind mystisch, wie etwa afrikanische Masken, Speere, Zebrafelle."
Auch verzichten Männer oft auf Vorhänge und lieben Antiquitäten. "Frauen sind eher im engeren Kreis orientiert, machen sich das Ganze heimelig – und praktisch. Bunte Vasen und Gräser, Keramik, Kräutertöpfe in der Küche, das ist ihr Ding." Und: "Viele Pärchen merken es oft gar nicht, dass sie zwar gemeinsam da sind, aber nur einer kauft. Oft sind die Männer nur körperlich anwesend."
Features
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Luc Ewald Maurell, Innenarchiteckt ung LifestylecoachFoto © lemaurell.com
"Einigkeit herrscht bei den Farben"
Gibt es geschlechtsspezifisches
Wohnen überhaupt?
LUC EWALD MAURELL: Ja klar,
auf jeden Fall! Ganz typisch ist
es, wenn ein Paar sich schon
beim Hausbauen nicht einig
ist: Er möchte Fensterfronten,
sie möchte so viel wie möglich
geschlossen haben, ein Haus
als schützende Höhle. Sie will
nicht in der Auslage sitzen, er
genießt die Aussicht.
Setzt sich dann einer durch?
Oder gibt es Kompromisse?
MAURELL: Einer setzt sich
durch! Beim Einrichten, wenn
es zum Beispiel um Technik
geht, lassen viele Frauen im-
mer noch den Mann machen.
Was aber etwa Deko betrifft,
entscheidet – für das ganze
Haus gesehen – eher die Frau.
Das heißt nicht, dass es immer
so ist, aber meistens.
Ist die Küche immer noch das Reich
der Frauen?
MAURELL: So krass ist es sicher
nicht, aber in den meisten Fällen
ist es eher ihr Bereich. Ich kenne
kaum Fälle, in denen die Küche
nur der Mann ausgesucht hätte.
Der redet dann eher bei den Preis-
verhandlungen. Und was auffällt:
Die Frauen haben in puncto Küche
tendenziell lieber männliche Be-
rater als weibliche. Jedenfalls:
Wenn es um die Modefarben
Creme und Braun geht, sind sich
Frau und Mann ziemlich einig.









