Der hauseigene Feuerteufel
Kennen Sie das? Sie betreten einen Raum, fühlen sich wohl, sogar angenehm überrascht von der raumfüllenden Wärme. Sie blicken sich um und da steht er: der Kachelofen.

Foto © KACHELOFENVERBANDUrig und gemütlich
Seit der Entdeckung des Feuers hat dieses Element einen ganz wesentlichen Stellenwert für das Leben auf unserer Erde eingenommen. Die prähistorische Zähmung von Wildfeuer und die Kunstfertigkeit, Feuer selbst zu entfachen und obendrein zu bewahren, gilt als besonders wichtiger Schritt für die Entwicklung des Menschen. Während jahrhundertelang eine einfache, geschlossene Feuerstelle zum Wärmen und zur Essenszubereitung diente, datiert der erste bekannte Ofen mit einer Kochplatte im heutigen Sinn aus dem 18. Jahrhundert.
Mittlerweile ist die Nutzung des
Feuers einfach und alltäglich.
Ein wunderbares Einsatzgebiet für Feuer und
Flamme ist der Kachelofen: In Österreich sind
aktuell etwa 450.000 Kachelöfen in Betrieb, das
sind knapp 13 Prozent aller Haushalte. "Österreich
führt auf diesem Gebiet den Weltmarkt an", erklärt Gerhard
Dalla-Bona vom Österreichischen Kachelofenverband – nicht
zuletzt, weil Holz quasi vor unseren Haustüren wächst. Ein Kachelofen
steht für erneuerbare Energie und ist eine vernünftige
Alternative zu Gas und Öl. Dalla-Bona: "Zwar ist die Anschaffung
nicht gerade billig, doch abhängig vom Bundesland gibt es großzügige
Förderungen. Betonen möchte ich zudem
die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und
die Strahlungswärme, die die Gesundheit positiv
beeinflusst." Diesen Argumenten kann auch Hermann
Bernthaner, Geschäftsführer von Kachelöfen
Bernthaner & Co., einiges abgewinnen: "Für
mich ist ein Kachelofen eine tolle und umweltschonende
Alternativheizung, die nachgewiesen
eine gesunde Wärme abgibt."
Tatsächlich wird die Wärme, die ein
Kachelofen ausstrahlt, von Menschen wesentlich angenehmer
empfunden als die Wärme eines Heizkörpers. Fest steht auch, dass
Holz, das verbrennt, den gleichen CO2-Gehalt ausstößt wie Holz,
das – beispielsweise im Wald – natürlich verrottet.
Vieles spricht also für eine hauseigene Feuerstelle zum Wärmen
und Wohlfühlen. Optisch lässt sich, was Dalla-Bona als großen
Pluspunkt einordnet, ein Kachelofen genauso gestalten, wie der
Hausherr oder die Hausherrin ihn haben möchte: Es ist fast alles
möglich. Hermann Bernthaner erkennt einen Trend zur schlichten
Architektur mit großen Fenstern, so dass der Blick auf das offene
Feuer in das Zentrum rückt.
Auch bei den Farben für die Kacheln
gilt das Motto "Weniger ist mehr": Schlichte Farben und Naturtöne
sind im Moment besonders gefragt – alles in allem eine zeitlose
Einrichtung, die sich im Grunde jeder Stilrichtung anpassen lässt.
Immer wieder gefragt ist der "urige" Typ eines Kachelofens, meist
in Weiß mit grünen Kacheln (siehe Foto oben) – der typische
Landhaus-Stil.
Egal für welchen Ofen man sich letztlich entscheidet, er wird einen
höchstwahrscheinlich lang begleiten: Bei richtigem Umgang
und regelmäßiger Wartung dieses Wärmespenders können schon
einmal 50 Jahre vergehen, bis die ersten Renovierungen – vor allem
im optischen Bereich oder auch im Innenleben – anfallen.
Features
Foto

Feuerstelle und elegantes Designer-Möbelstück in einem: von ConmotoFoto © CONMOTO
Brennheiß
Das beliebteste Brennholz ist das Holz der Buche. Optimal gelagert – das bedeutet: abgedeckt etwa zwei Saisonen lang – und wegen des hohen Brennwerts sowie dem schönen Flammenbild gilt es als eines der besten Hölzer für Ofen und Kamin.
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Der Trend geht ins Schlichte, auffällig aber das große FensterFoto © KACHELOFENVERBAND









