Natur als reicher Fundus
Der Architekturpreis Brick Award prämiert die weltweit herausragenden Bauten aus Ziegelprodukten. Gekürt werden die Sieger durch eine Experten-Jury, der in diesem Jahr auch Rudolf Finsterwalder angehörte.

Foto © KK, WIENERBERGERGewölbetechniken, neu interpretiert: Gesamtsieger und Preisträger der Kategorie "Speziallösung mit Ziegel" ist der Südafrikaner Peter Rich gemeinsam mit Michael Ramage und John Ochsendorf für das Museum Mapungubwe Interpretation Centre in Südafrika
Der deutsche Architekt Rudolf Finsterwalder mischt die Szene mit neuen Ideen auf. Mit seinen Bauten, deren Gestaltung sich mit Formen und Strukturen aus der Natur auseinandersetzt, erhielt er bereits selbst den Sonderpreis Wienerberger Brick Award 2010 und durfte seine Werke bereits zwei Mal auf der Architekturbiennale in Venedig präsentieren.
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Foto vergrößernDie Lissaboner Architekten Francisco und Manuel Aires Mateus gewannen die Kategorie "Wohnbau" mit der Seniorenresidenz Alcácer do SalFoto © KK, WIENERBERGER
Die Lissaboner Architekten Francisco und Manuel Aires Mateus gewannen die Kategorie "Wohnbau" mit der Seniorenresidenz Alcácer do SalGrafik © KK, WIENERBERGER
In Ihrem Buch "form follows nature" erläutern Sie Ihren Zugang zur Natur in Verbindung mit Architektur. Können Sie kurz die wichtisten Aspekte zusammenfassen?
RUDOLF FINSTERWALDER: In meinem Buch beschäftige ich mich mit der organischen Architektur, die alle relevanten Parameter eines Gebäudes in die Planung miteinbezieht. Dazu gehören sowohl technische, soziale, klimatische als auch viele andere Parameter, die in einem Bau münden, der mit der Landschaft sowie mit dem Ort und dessen Bewohner eine Einheit, einen Organismus bildet.
Nach welchen Parametern wählen Sie Ihre Baumaterialien aus?
FINSTERWALDER: Hauptsächlich interessiert mich der Umgang mit Naturmaterialien wie Holz, Naturstein oder Ziegel. Das ist ehrliches Material, das viele Möglichkeiten bietet. Die Berücksichtigung der Kosten ist auch dabei unumgänglich, da immer versucht werden muss, das Bauvorhaben kostengünstig zu realisieren, wobei neben den Kosten auch die Qualität berücksichtigt werden sollte.
Apropos Brick Award: Welche neuen Weiterentwicklungen würden Sie sich für den Baustoff Ziegel wünschen?
FINSTERWALDER: Eine tolle Entwicklung ist, dass ich als Architekt jetzt wieder ein einschaliges, monolithisches Mauerwerk herstellen kann. Dabei wird die Ziegeloberfläche mit einem mineralischen Putz versehen und muss nicht wie ansonsten mit einem Wärmedämmverbundsystem gedämmt werden. Die Wärmedämmung erfolgt allein über den Baustoff Ziegel, der sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Dieser kann als Naturmaterial gut atmen, die Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben und trägt damit zu einem angenehmen Wohnklima bei. Eine großartige Chance für die moderne Ziegelarchitektur! Wenn ich mir für die modernen Ziegel etwas wünschen dürfte, dann eine Optimierung der Stabilität.
Blick in die Zukunft: Wie wird sich die Architektur weiterentwickeln?
FINSTERWALDER: Positiv ist für mich die Entwicklung, dass wieder verstärkt im privaten Wohnbau Augenmerk auf die Qualität, Nachhaltigkeit und ökologische Bauweise gelegt wird. Man nimmt Abstand vom billigen Bauen wie z. B. Wärmedämmverbundsystemen. Potenzial sehe ich ebenfalls im Städtebau sowie im sozial engagierten Wohnbau. Erste Projekte, bei denen sich mehrere Bauherren für ein Wohnmodell zusammenschließen, wurden bereits realisiert. Es geht dabei um die Realisierung von Wohngemeinschaften, die sowohl private Räumlichkeiten als auch Gemeinschaftsräume umfassen.
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Architekt Rudolf FinsterwalderFoto © KK, WIENERBERGER
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Bild vergrößernVom Ziegelbrennofen zum Architektenstudio: In der Kategorie "Umbau" kürte die Jury das Studio des slowakischen Architekten Pavol PanákFoto © KK, WIENERBERGER


















