Wie der Raum zum Möbel wird
Wer im "Glashaus" wohnt, benötigt ein eigenes Möblierungskonzept. Innenarchitekt Daniel Schlosser hat eine Strategie entwickelt, bei der Raum und Möbel ihre Funktionen tauschen.

Foto © PAUL OTTLichtdurchflutete, helle Räume bringen eine tolle Wohnatmosphäre, aber auch so manchen Knackpunkt beim Einrichten
Kein Baustoff hat in der letzten Zeit die Architektur mehr geprägt als Glas. Seine gute thermische Qualität und mittlerweile auch seine Leistbarkeit bringen es mit sich, dass heute nicht selten ganze Hausfronten aus Glas gemacht werden. Und es gibt bereits Penthäuser, deren Außenwände ausschließlich aus dem transparenten Baustoff bestehen. Das sei auch gut nachvollziehbar, meint Innenarchitekt Daniel Schlosser: "Denn wohnen mit viel Glas birgt eine große Qualität in sich: viel Licht, helle Räume, und einen wunderschönen Ausblick." Wer im "Glashaus" wohnt, benötigt jedoch ein eigenes Möblierungskonzept, denn: Wohin mit den Kästen, wenn kaum Wände vorhanden? Wohin mit Bad und WC, wenn alles einsichtig ist?
Aussicht nutzen und genießen
"Als Faustregel gilt, dass man den Raum als Möbel und das Möbel als Raum sieht", philosophiert Schlosser, und führt weiter aus: "Ich baue ein großes Möbel, das als Raum fungiert: eine großflächige Einbauwand, in der man viel verstauen kann, oder ein begehbares Möbel, das eine Nasszelle versteckt oder als Schlafbox dient." So erhält man sich auch den restlichen Raum frei bespielbar und kann seine Wohninseln jederzeit umstellen. Wichtig: "Alle Sitzmöbel sollen so ausgerichtet sein, dass man die Aussicht genießen kann", sagt der Innenarchitekt. Etwas schwierig erweist sich die Positionierung des Fernsehgeräts, das in vielen Wohnungen Zentrum des Geschehens ist: "In lichtdurchfluteten Räumen gibt es oft das Problem der Blendung", so Schlosser. "Der Fernseher muss daher speziell positioniert werden und erfordert eine variabel steuerbare Abdunkelung."




















