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Frisch geziegelt und gebeizt ...
... zeigen sich die Dächer nach einer Sanierung. Ob getauscht oder geputzt wird, entscheidet sich mit einem Blick auf das alte Dachmaterial.

Foto © FotoliaZiegel unter der Lupe: ganz konkret ans Dach gedacht
Als "eines der langlebigsten Dachelemente überhaupt" bezeichnet Fachmann Gerhard Freisinger als steirischer Landesinnungsmeister der Dachdecker den guten alten Dachziegel.
Die Dächer von einst
Regionalität. Je nachdem, wo ein Haus steht – ob in einem alt eingesessenen Tourismusgebiet oder nicht – verfügen (alte) Dachstühle über ein Kaltdach oder nicht. Der typisch steirische (vor allem im Grazer Raum) und auch der typische Lavanttaler Dachstuhl bis zu den 1970ern besteht aus Decke, Sparren, Lattung und Deckung. Kaltdächer waren früher nur in touristisch genutzten Gebieten und Häusern üblich.
Putzen oder tauschen? Ist er dennoch in die Jahre gekommen, so ist das Putzen und Wiederverwenden des Dachziegels laut Freisinger "kaum bezahlbar", denn: "Das Teure daran, Ziegel herunterzuholen, händisch zu putzen und wieder zu legen, ist ja die Arbeitsleistung."
Daher: Wenn im Rahmen einer Haussanierung auch das Dach an die Reihe kommt und der alte Dachstuhl ohne Wärmedämmung, Kaltdach & Co. da steht, muss eine "thermische Verbesserung des Objektes" vorgenommen werden. Freisinger: "Wer seine Ziegel dann selber putzen will, bittet eben den Dachdecker sie herunterzunehmen." Selbst aufs Dach zu steigen – davon rät der Fachmann ab: "Da geht es ja oft weit hinunter ..."
Wirtschaftlich gesehen rät Gerhard Freisinger in jedem Fall zu neuen Tonziegeln: "Es gibt ja heutzutage schon so viele verschiedene Möglichkeiten, dass man die alten Ziegel nicht unbedingt behalten muss. Und wenn ein Ziegel einmal kaputt ist, muss er ohnehin ersetzt werden, das ist klar." Für den Dachziegel spreche auch, dass etwa ein Biberschwanzziegel einzeln jederzeit ausgetauscht werden kann. "Hingegen muss man beim Blechdachbei einem Schaden oft gleich 20 Quadratmeter auf einmal tauschen", sagt der Dachdecker-Innungsmeister.
Ganz speziell verhält sich die Sachlage, wenn das Haus in einer Schutzzone steht, wie etwa in der (Grazer) Altstadt. "Dort sind manche Dachziegel an die 400 Jahre alt. Wer sie berührt, hat einen Lehmpatzen in der Hand. Da muss man sehr vorsichtig vorgehen."
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