Starker (Bau-)Stoff für Individualisten
Hart, aber herzlich; fest, aber flexibel – das ist Beton. Eine kleine Materialkunde anhand eines Objekts in der Steiermark, oder: von der Entstehung eines Wohn(t)raums.

Foto © Herrliche Aussichten: Vom Wohnzimmer im Untergeschoß ...
Eigentlich wollte jener Bauherr, der eines schönen Tages mit seinen fix-fertigen Bauplänen ins Büro der Grazer Architektin Marion Wicher kam, nur eines: Eine zweite Meinung hören. Was er allerdings bekam, war ein völlig anderes Konzept – einen Plan für ein exklusives, modernes Haus, das keine (Wohn-)Wünsche offen lässt. Und in dem ein Baustoff dominiert: Beton. "Natürlich hat der Bauherr bei diesem Wort erst einmal die Lippen gekräuselt", erinnert sich Marion Wicher. Das Image von Beton ist schließlich noch immer nicht makellos.
Zu Unrecht: Der Baustoff punktet mit Stützkraft ebenso wie durch Energieeffizienz, "und was Gestaltungsmöglichkeiten betrifft, ist Beton im Vergleich zu anderen Materialien eindeutig im Vorteil", sagt Wicher, die für den Obersteirer ein 320-Quadratmeter- Haus in Südhanglage samt großzügiger Terrassenlandschaft entwarf. Genau das, was der Bauherr wollte: Ein Domizil, das Ästhetik, Individualität und Funktionalität vereint. Wicher: "Um all diese Vorgaben zu erfüllen und zugleich zu einem optimalen Ergebnis zu kommen, war die Entscheidung für ein vielseitiges Baumaterial wie Beton von enormer Bedeutung."
Aber was ist das eigentlich, Beton? Ein vielseitiger Baustoff: Er besteht aus Komponenten, die je nach Verwendungsbereich exakt abgestimmt sind und hat ausgehärtet annähernd die Eigenschaften von Stein. Bei Sichtbeton, also Beton, der weder verputzt noch verblendet wurde, sind der Gestaltungsvielfalt praktisch keine Grenzen gesetzt: Schalungen, etwa aus Holz, Stahl oder Kunststoff sind ebenso möglich wie individuelle Farbgebung (durch den Zusatz von Farbpigmenten) oder strukturierte Oberflächen (durch nachträgliches Schleifen, Polieren oder Sandstrahlen). Kurz: Für modernes und stylisches Bauen ist Beton eine gute Wahl.
Zurück in die Steiermark: Der Bauherr hat – erraten! – schließlich nach den Entwürfen von Marion Wicher gebaut. Wenngleich diese dafür viel Überzeugungsarbeit zu leisten hatte. "Er meinte damals: "Ich hab immer gedacht, ich hätte einen Sturschädel. Aber Sie sind ja viel ärger!", erinnert sich die Architektin schmunzelnd. Schwamm drüber: Der Plan ist für beide Seiten aufgegangen. Womit einmal mehr bewiesen wäre, dass es sich auszahlen kann, Neuem nicht hart wie Beton gegenüberzustehen.
Features
Zitat
"Bei exklusiver Formsprache ist Beton eindeutig im Vorteil.Zusätzlich zeichnet sich das Material durch hohe Stützkraft und Energieeffizienz aus".




















