Vorzeitige Vertragskündigung kommt Bausparern teuer
Geht es nach einem neuen AK-Test, schlagen die Verwaltungskosten bei einer Auflösung mit bis zu 125 Euro zu Buche.
Foto © Pixelquelle
Bausparen gehört immer noch zu den beliebtesten
Sparformen der Österreicher. Die Arbeiterkammer (AK) warnt jedoch vor
"Kostenfallen" bei vorzeitigen Vertragskündigungen. Vor allem die
Kündigungsspesen könnten - zusätzlich zum Verlust der der staatlichen
Prämie - teuer kommen. Bis zu 125 Euro an verrechneten
Verwaltungskosten hat die AK in einem Vergleich von vier
Bausparkassen festgestellt, geht aus einer heutigen Pressemitteilung
hervor.
Unter der Lupe. Die AK-Experten haben bei vier Bausparkassen - ABV, Raiffeisen
Bausparkasse, Wüstenrot, S-Bausparkasse - die Spesen bei einer
vorzeitigen Kündigung genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis:
Wer seinen "Bausparer" vor Vertragsende nicht widmungsgemäß auflöse,
müsse mit teuren Spesen rechnen. So werde die staatliche Prämie
(2007: 3,5 Prozent auf Einzahlungen, maximal 35 Euro) nachträglich
komplett rückgerechnet, hieß es.
Verwaltungskostenbeitrag. Weiters werde bei allen untersuchten Kassen sofort bei
Vertragsauflösung ein Verwaltungskostenbeitrag fällig. ABV und
Wüstenrot würden 0,5 Prozent der Vertragssumme verrechnen, die
Raiffeisen-Bausparkasse 1,7 Prozent der vereinbarten Sparleistung
(für 6 Jahre Laufzeit) und die S-Bausparkasse das 1,5-fache der
vereinbarten monatlichen Sparleistung. Somit könnten bis 125 Euro
(Bausparvertrag mit 83,34 Euro pro Monat) anfallen. Der Verwaltungskostenbeitrag wird auch dann fällig, wenn die
vereinbarte Sparleistung am Ende der 6 Jahre nicht erreicht wird.
Weitere Kostenfalle. Eine weitere Kostenfalle seien die nachträglich reduzierten
Sparzinsen, erklärt die AK. Abgezinst werde auf zwischen 0,5
(Raiffeisen Bausparkasse) und 1 Prozent (Wüstenrot). Die ABV zinse
auf 0,75 Prozent ab, die S-Bausparkasse halbiere die angesammelten
Zinsen. "Das sind teilweise weniger Zinsen als die täglich fälligen
Zinsen beim Sparbuch", erklärte AK-Konsumentschützer Harald Glatz. Die Kontoführungsspesen würden zwischen 4,22 und 6,6 Euro pro Jahr
betragen, so die AK. Verrechnet werden sie jeweils im Vorhinein zu
Jahresbeginn.
Features
Hoch im Kurs
Die Rangliste der beliebtesten Sparformen in Österreich lautet einer aktuellen Umfrage des Fessel-GfK-Instituts:
Bausparen (47 Prozent), Sparbuch (39 Prozent), Lebensversicherung (26
Prozent), Grundstücke (23 Prozent), Investmentfonds (20 Prozent) und
Pensions-
vorsorge mit staatlicher Prämie (18 Prozent).


















