Es ging steil aufwärts
Wohnen am Nordosthang. Die Familie Deimel hat in Graz auf einem alten Keller dem Licht entgegengebaut.

Foto © KK
Grundstück mit Keller, Nordosthang." Das Inserat, das Andrea Deimel bei ihrer langen Suche nach einem geeigneten Grundstück für den Hausbau schließlich ins Auge sprang, war nicht gerade vielversprechend. "Ich bin dann aber doch hin", erzählt ihr Gatte, der Architekt Christian Deimel vom Grazer Planungsbüro "N17 Architektur".
Keller. "Der halb fertige Keller war zwar schon 20 Jahre alt, aber noch gut erhalten und ich konnte mir unser Haus hier sofort vorstellen", erzählt er. Durch den rechteckigen Keller war der Grundriss des Hauses bereits vorgegeben. "Wir wollten ursprünglich Holzwände zwischen die Skelettbetonkonstruktion des Hauses setzen. Diese Variante war schließlich aber zu teuer, also haben wir uns für eine Ziegelausfachung entschieden", sagt der Bauherr.
Zugang zum Garten. Üblicherweise wohnt man im Parterre und schläft im Obergeschoss. Das habe hier aber nicht gepasst. Deshalb wurde das Konzept einfach umgedreht. In der oberen Etage hat die Familie von Küche und Wohnzimmer aus schließlich den schönsten Ausblick auf das Schöckelpanorama. Die Südterrasse spannt sich als Betonbrücke ins Grüne. Somit gibt es von jedem Stockwerk aus einen direkten Zugang zum Garten.
Rückzugsräume. "Es ging uns um eine reduzierte Form der Architektur. Was nicht wirklich nötig ist, haben wir von Anfang an eingespart", erzählen die Deimels. Das Ziel war offenes Wohnen im Obergeschoss mit Rückzugsräumen im Unterschoss. Hier wurden zwei Kinderzimmer, ein Bad und ein Elternschlafzimmer eingeplant. "Unser Jüngster, Moritz, war damals noch nicht auf der Welt, jetzt haben wir für ihn eben einen Teil unseres Schlafzimmers abgetrennt", sagt der Bauherr und Planer.
Offenes Haus. Im Obergeschoss gibt es nur eine einzige (Schiebe-)Tür. Hin zum Fernseher. Sonst sind die Übergänge von Küche zu Esszone und Wohnbereich fließend. Zentrales Element im Haus ist die transparente Treppenkonstruktion aus frei auskragendem Lärchenmassivholz. Das Material zieht sich auch bei den Böden und der Verschalung der Fassade durch. Gemeinsam mit dem Sichtbetonteilen im Innenraum sorgt es für ansprechende Kontraste.
Raumklima. Die raumhohe Verglasung gegen Norden und Süden lässt viel Licht ins Haus, zumal die Räume bis zu drei Meter hoch sind. "Wir brauchen das ganze Jahr keine Beschattungselemente", schwärmt der Bauherr vom angenehmen Wohnklima, zu dem auch die Wandheizung beitrage. "Trotz Nord-Ost-Hang ist es nie zu finster und im Sommer ist es angenehm kühl."
Grundstück. Das einzige Manko, das die Familie an ihrem Zuhause findet, ist die Größe des Grundstücks: "1600 Quadratmeter sind viel Arbeit. Durch den vorgegebenen Keller war der Grund aber nicht mehr teilbar."


















