Atelier Maitz: Von der Kunst, Räume zu schaffen
Das Atelier der Familie Maitz steht wie eine eckige Dobostorte in Höflach bei Fehring.

Foto © Stuhlhofer-Wolf"Wir brauchen mehr Platz"
Den Wunsch, ein eigenes Atelier zu bauen, gab es schon lange. Malen ist für den Hausherrn Stefan Maitz schließlich mehr als ein Hobby. "In ein paar Jahren sind wir in Pension, dann wollen wir noch einmal so richtig Gas geben", sagt der 59jährige. Als sich dann auch die Liebe seiner Gattin Gerti Maitz zum Schmuckdesign vor ein paar Jahren immer mehr zum Beruf entwickelte, war den beiden klar: Wir brauchen mehr Platz zum Arbeiten als zwei umfunktionierte ehemalige Kinderzimmer. Das war 1999.
"Einfach und schlicht". "Mir hat das Atelier des Wolfgang Hollegha imponiert. Der steigt auf eine Art Turm und kann auf seine Arbeiten hinunterblicken", verrät Maitz, woher der Gedanke kam, eine zweite Etage im Atelier-Zubau zu errichten. Dass das Atelier nur als Würfel an die Nordseite des Hauses zu stellen (mit dem Wohnhaus durch eine überdachte Eingangstreppe verbunden) war dem Ehepaar von Anfang an klar. "Es sollte eine einfache, schlichte Formsprache sein, durch die Fassade aber auch ein Markenzeichen für das Künstler-Ehepaar.
Ein Stapel Holz. Was den Kubus so besonders macht, ist die Brettstapelbauweise: Die Wände aus einfach, aber exakt übereinander gestapelten Holzlatten. "36 Kubikmeter unbehandeltes Fichtenholz, die auf der Baustelle auf die genaue Länge geschnitten wurden", erinnert sich Gerti Maitz. Das Atelier sei wie eine Dobos-Torte fünf Meter in die Höhe gewachsen ist. Die Fenster wurden mit Winkeleisen eingelegt. Im Nachhinein würde das Paar nur eines anders machen: "Wir haben uns auf einen Zimmerer verlassen, der diese Bauweise zwar im Kleinen schon angewandt hatte, bei sich selbst daheim - von ihm hatten wir auch die Idee - aber mit unseren Dimensionen war er überfordert". Die Folge: Der Dach ist nach einigen Jahren Jahren 7 bis 9 cm durchgedrückt. "Wir mussten nachträglich Stahlträger einbauen - erklärt die Hausherrin. "Und wir würden heute bei den Fenstern und Türen auf gängige Maße achten", fügt sie hinzu, "weil das einfach viel billiger gekommen wäre".
Haus im Wandel der Zeit. Insgesamt hat sich das Experiment aber ausgezahlt. Beide Ehepartner nutzen das Atelier regelmäßig. "Auf der Galerie fertigt meine Frau ihren Schmuck, unten arbeite ich", sagt Stefan Maitz. Das Wohnhaus selbst, über die Eingangstreppe mit dem Atelier verbunden, ist ein Bungalow aus den 70ern - wir hatten damals kein Geld und keine Ahnung von Architektur", so der Hausherr - "aber wir stehen zu dem, was einmal war", fügt er hinzu. Die Geschichte des Maitz-Bungalows ist folglich eine des permanenten Umbaus. Die Räume und die Einrichtung sind dabei von mal zu mal schlichter und klarer geworden: Nussholzböden und geradlinige Birkenholzmöbel ziehen sich durchs ganze Haus. "Wir haben das Glück, dass unser Schwiegersohn Thomas Maitz Tischler und Designer ist", sagt die Hausherrin.
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Bilder-Reich
Das Atelier für Schmuck und Malerei befindet sich 8350 Fehring Höflach bei Fehring, Tel. (0 31 55) 51 29


















