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    Zuletzt aktualisiert: 06.03.2013 um 13:11 UhrKommentare

    Wiener Kempinski: 15.000 Euro für eine Nacht

    Wer hier nächtigt, muss ein gut gefülltes Bankkonto haben: Für die Präsidentensuite in der Fünf-Sterne-Herberge Palais Hansen Kempinski in Wien, die im März eröffnet, müssen pro Nacht 15.000 Euro hingeblättert werden.

    Foto © APA

    Damit zählt sie zu den teuersten Zimmern Österreichs, wie Hoteldirektor Hans Olbertz bei einem APA-Rundgang im Palais bestätigte: "Da ist sie sicher dabei, würde ich schon sagen." Derzeit laufen die letzten Vorbereitungen im Palais Hansen beim Schottenring, in dem sich das Hotel befindet. Am Freitag checken die ersten (Test-)Gäste ein.

    Emsiges Treiben

    Der Schriftzug hängt bereits über dem Eingang, im Inneren herrscht emsiges Treiben: Möbel werden ausgepackt und zurecht gerückt, Besteck poliert, Uniformen angepasst, Mitarbeiter geschult. Am Freitag öffnet das Kempinski seine Pforten, zunächst für die Gewinner eines Radio-Gewinnspiels, dann für die Anrainer. Diese sind am Wochenende eingeladen, das Hotel zu besichtigen. Richtig los geht der Betrieb am 20. März mit einer Galaveranstaltung.

    Zimmerreservierungen werden bereits entgegengenommen. Über die aktuelle Buchungslage wird noch keine Auskunft gegeben, schon hingegen über die geplante Auslastung: "Wir gehen schon von einer Auslastung von 60 Prozent fürs erste Jahr aus", so Olbertz. Die Übernachtung kostet - abhängig von der Saison - ab 265 Euro.

    Präsidentensuite

    Richtig teuer wird es, wenn man in der Präsidentensuite übernachten will. Dieses kostet 15.000 Euro die Nacht. Was man für sein Geld bekommt? "Man kriegt 330 Quadratmeter, ein riesengroßes Wohnzimmer, einen Wintergarten, eine eigene Küche, ein Besprechungszimmer, ein Esszimmer, ein sehr geräumiges Schlafzimmer mit einem wunderschönen großen Bad mit Aussicht auf den Ring", beschrieb der Direktor die Räumlichkeiten. Zu sehen sind sie noch nicht, denn noch befindet sich dort eine Baustelle.

    Olbertz ist überzeugt, dass eine Nachfrage für eine so teure Suite durchaus gegeben ist: ?Es gibt einige Leute, die sich das leisten können und die das auch gerne machen. Wir haben das auch in anderen Kempinski-Hotels." Die Präsidentensuite werde sicher nicht 365 Tage ausgebucht sein: "Aber 100 Tage mal 15.000 Euro wären auch schön."

    Das Palais Hansen ist ein Neo-Renaissance-Gebäude und wurde in der Zeit von 1869 bis 1873 nach Plänen von Theophil Hansen und Heinrich Förster als Hotel für die Weltausstellung in Wien erbaut. Im Laufe seiner Geschichte erfüllte der unter Denkmalschutz stehende Bau verschiedenste Funktionen. Zuletzt waren dort Magistrate der Stadt Wien sowie Büros untergebracht. Der Umbau zum Kempinski-Hotel erfolgte u.a. unter Federführung des Architekten Boris Podrecca.

    Dreistelliger Millionenbetrag

    Die Arbeiten, die rund ein Jahr dauerten, kosteten einen dreistelligen Millionenbetrag. Erhalten blieben die Fassade, die Säulen im Erdgeschoß, die Stiegenhäuser und zum Teil Türen und Fensterelemente. Dach und Leitungen wurden erneuert, die Innenhöfe überdacht, Mauern versetzt. Die 152 Zimmer und Suiten haben einen elegant-klassischen Stil, neben Blau bzw. Rot dominieren vor allem Naturtöne - oft auch kombiniert mit Silber und Gold. Die Bäder sind in Marmor gehalten, die Badewannen mit Druckknöpfen statt Wasserhähnen ausgestattet.

    Auch Nicht-Hotelgäste können Angebote nutzen: zwei Restaurants, drei Bars oder den Spabereich. In den letzten zwei Etagen des Palais werden derzeit 17 Wohnungen gebaut, die zum Verkauf stehen. 13 der zwischen 130 und 340 Quadratmeter großen Apartments sind laut des dafür zuständigen Unternehmens Strauss und Partner Development bereits vergeben. Der Quadratmeterpreis wird nicht verraten, auch nicht, wer gekauft hat - nur so viel: Die Besitzer kommen aus aller Welt, auch Österreicher sind dabei. Die Neo-Eigentümer können die Serviceleistungen des Hotels mitbenutzen.

    Als Investoren für den neuen Kempinski-Ableger am Schottenring fungieren die Wiener Städtische Versicherung (43,26 Prozent), Porr Solutions (26,86 Prozent), die Wien-Holding (20 Prozent) sowie Warimpex (9,88 Prozent). Die Kempinski-Gruppe mit Sitz in Genf betreibt derzeit 75 Luxushotels in 32 Ländern - darunter bereits eines in Österreich. Das 1897 gegründete Unternehmen bezeichnet sich als älteste Luxushotelgruppe Europas. Mehrheitseigentümer ist das thailändische Königshaus.


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