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Zuletzt aktualisiert: 17.01.2007 um 13:46 Uhr

Häuslbauen für Gringos oder der Ausstieg ins Paradies

Reif für die Insel? Ab in den Flieger und auf nach Costa Rica! Ein Ratgeber für Bauherren mit Fernweh. Von einer, die ihren Traum vom selbstgebauten Haus in der Karibik hat wahr werden lassen.

In fünf Monaten zum Wohntraum unter Palmen

Foto © Thomas KrammerIn fünf Monaten zum Wohntraum unter Palmen

Costa Rica, die "reiche Küste". Das tropische Kleinod zwischen Pazifik und Atlantik ist reich an Vulkanen, Urwald und endlosen Stränden. In Summe ergibt das ein Land, dem man nur schwer widerstehen kann. Es ist politisch stabil, besitzt eine gute Infrastruktur und ist trotzdem finanziell leistbar.

Tipp

Gechlossene Arbeitsschuhe nachts nicht vor die Tür stellen. Landkrabben und Kröten verstecken sich gern darin.

Direkt am Meer. Nach eingehender Besichtigung fiel unsere Wahl auf ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück direkt am karibischen Meer. Dabei lernten wir Land und Leute, die "Ticos", kennen – und schätzen. Dschungelartige Vegetation, ein Bilderbuchstrand vor der Nase und der sympathische Lebensstil überzeugten letztendlich, sich häuslich niederzulassen. Aber Aussteigen ist nicht nur ein Honigschlecken. All jene, die ähnliche Träume hegen, finden hier viele nützliche Tipps aus meinem Erfahrungsschatz beim Häuslbauen in Costa Rica.

Bauerlaubnis. Will man ein Grundstück am Meer erwerben, hat man folgendes Problem: Beide Küstenstreifen bis zu einer Breite von 200 Metern sind in staatlichem Besitz. Es wird jedoch eine unentgeltliche Pacht auf Lebenszeit gewährt. Ausländer erhalten die Erlaubnis zum Bau an der Küste nach fünf Jahren nachweislicher Residenz. Die wenigsten halten sich daran. Wir taten es auch nicht. Unsere Baustelle wurde nach zwei Monaten entdeckt und spektakulär geräumt. Es lohnte sich, bei den lokalen Behörden mit einem "Präsent" vorstellig zu werden. Wir durften weiterbauen.

Tipp

Ein 110-Volt-Gerät an eine 220-Volt-Leitung angeschlossen ergibt einen Motorbrand und Tränen um die neue Kreissäge.

Baumarkt. In lateinamerikanischen Baumärkten, den "Ferreterias", herrschen paradiesische Zustände. Jeder Kunde bekommt eine persönliche Betreuung und man kann nahezu alles kaufen, was auch hierzulande einen Namen hat. Aber Vorsicht: in Costa Rica misst man in Zoll (ein Zoll beträgt 2,54 cm). Dies gilt für alle Baumaterialien, von Nägeln über Ziegel, Bretter, Pfosten bis zu den Dachlamellen. Sämtliches Material gleich in Zoll zu planen, erspart viel Kummer – und Verschnitt. Allein vom Rest unseres Fußbodens hätte man Bauklötze für zehn kinderreiche Familien produzieren können.

Naturbaustoffe. In Costa Rica steht man vor einer großen Auswahl an Naturbaustoffen. Teak, bei uns für wetterfeste Gartenmöbel bekannt, ist eine beliebte Holzart für Außenwände. Unbedingt abgelegenes Holz kaufen! Frisch geschnitten kann es sich noch ordentlich verziehen und bringt dadurch eine ungewollte Dynamik ins Haus. So kamen wir zu einem interessanten Design des Holzbodens, weil sich tragende Balken verbogen hatten.

Wellblech. Isolierung ist kein Thema in diesen Breiten. Je luftiger gebaut, umso angenehmer das Raumklima. Für die Fenster reichen Metallgitter außen und Fliegengitter innen. So hält man sich Moskitos und Gelegenheitsdiebe vom Leib. Die beliebteste und günstigste Dachform ist Wellblech. Nachteil: Bei heftigem Regen kann man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen.


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Foto © Thomas Krammer

Bild vergrößernMitbewohnerFoto © Thomas Krammer

Tipps

Spanisch lernen. Wer glaubt, Englisch würde reichen, kann mit seinen weißen Nachbarn Kaffee trinken, aber nicht mit seinen Arbeitern reden.

Siesta halten. Wer in der Mittagshitze arbeitet, ist selber schuld und wird mit unkontrollierten Schweißausbrüchen und Sonnenstich bestraft.

Foto

Foto © Thomas Krammer

Bild vergrößernEinheimischer HandwerkerFoto © Thomas Krammer

Tipps

Nicht unter Kokospalmen bauen. Fällt nächtens eine Nuss aufs Dach, glaubt man, Krieg wäre ausgebrochen.

Bier in der Mittagspause. Erfahrungsgemäß kommt man danach nicht mehr aus der Hängematte.

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Foto: Fliesen Leeb

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