Streit und Schulden statt Traumhaus
Ein Arbeiter investierte einen kleinen Lottogewinn in ein Häuschen in Riegersdorf. Im Kampf gegen Baumängel fühlt er sich nun allein gelassen.

Foto © KK/PrivatEdeltraud Meisslitzer und Anton Bstieler vor ihrem vermeintlichen Traumhaus in Riegersdorf
Der Bau von Luftschlössern kostet nichts, der Bau von Häusern oft Geld und Nerven. Das musste ebenfalls der Riegersdorfer Anton Bstieler leidvoll erfahren: Ein Häuschen schien für ihn immer unerreichbar, bis er im Lotto 100.000 Euro gewann. Ein Heim mit Lebensgefährtin Edeltraud Meisslitzer wurde so leistbar, "nichts Übertriebenes, ohne Keller, ohne ersten Stock". Doch was blieb, ist ein nasser Dachstuhl, Schulden, Ärger und Verzweiflung.
Schon vor Baubeginn gab es Probleme mit den Verträgen. 2010 wurde gebaut. "Bald sind uns Mängel aufgefallen. Zum Beispiel die wackelige Haustüre. Das Schlimmste: Das Dach ist undicht. Es regnet herein und die tragenden Elemente werden nass." Viele Fragen wurden dem Hilfsarbeiter nur unzureichend beantwortet. Einiges wurde ausgebessert, die Haustüre mit zu großen Beilagscheiben "repariert". Das Dach ist immer noch leck.
"Es ist alles korrekt, das haben auch Finanzamt, Kriminalpolizei und Staatsanwalt schon bestätigt, die hat der Herr Bstieler bereits alle kontaktiert", sagt Wolfgang Holzinger, Geschäftsführer der Firma "Häuserland" und gibt Einblick in einen jahrelangen Streit. Wenn Mängel auftreten, sei man bereit diese zu beheben. Das hätte man bereits bewiesen. Für Johann Urschitz, den von Bstieler beauftragten Sachverständigen, sind längst nicht alle Mängel behoben. Der Fachmann ortet "mangelhafte Qualität".
Suche nach Hilfe
Bstieler sucht händeringend um Hilfe. Er hat einen Beratungsmarathon bei der Arbeiterkammer (AK) und mehreren Anwälten hinter sich. "Zahllose Male war er hier", bestätigt Konsumentenschützer Franz Walter von der AK Villach. "Wir sind am Ende unserer, zugegebener Maßen bescheidenen, Konsumentenschutzrechte angelangt. Wenn eine Firma sagt, man habe alles ausgebessert, bleibt nur der Gerichtsweg."
Zu den 190.000 Euro für den Bungalow kommen für den ehemaligen Lottogewinner noch die Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten hinzu. Konsumentenschützer Walter warnt: "Ein solches Gerichtsverfahren kann auch in die Hose gehen und mehr Kosten verursachen, als die Reparatur selbst gekostet hätte."
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Tipps für Häuselbauer
Früh genug. Häuselbauer sollten sich schon früh genug über Firmen informieren. Die Arbeiterkammer gibt Auskunft über "schwarze Schafe". Neben einer Rechtsberatung informiert auch ein spezieller Baubeauftragter in der AK.
Mängel ansprechen. Läuft etwas schief, erst einmal freundlich auffordern, das Problem aus der Welt zu schaffen. Oft hilft das schon und vermeidet viel Stress.


















