Mark Mack: "Wollen Domenigs Erbe weiterführen"
Mark Mack, kalifornischer Architekturprofessor mit österreichischen Wurzeln, lehrt zurzeit in Steindorf am Ossiacher See. Am Samstag lädt er zum Gedenken an Günther Domenig.

Foto © KKGünther Domenigs Steinhaus als internationaler Anziehungspunkt: Mark Mack und Peter Noever mit Architekturstudenten von der University of California
Was veranlasst einen Architekturprofessor aus Los Angeles, seine Vorlesungen - wenn auch nur für eine Woche - ins Steinhaus am Ossiacher See zu verlegen?
MARK MACK: Das Steinhaus ist eines der wichtigsten modernen Bauwerke in Europa und hat den Vorteil, dass man es als Student oder Architekturinteressierter unmittelbar erfahren kann. Es ist ein totales Experiment, das von Günther Domenig konsequent durchgezogen wurde. Es war in jeder Phase seiner langen Entstehungsgeschichte, auch als Rohbau, im Zustand des Unfertigen, interessant. Man kann es zugleich in vielerlei Aspekten hinterfragen: als Skulptur, in seinem Inhalt, seiner Tektonik, im Detail. Es ist einfach ein sehr bedeutendes Monument und ich hoffe, dass man künftig darin nicht nur Hochzeiten veranstaltet. Das wäre nicht im Sinne von Günther Domenig.
Was schlagen Sie vor?
MACK: Es sollte bildungsmäßig genutzt werden. Die Steinhaus Stiftung müsste gemeinsam mit den öffentlichen Stellen versuchen, eine permanente Workshop-Situation herzustellen. Neben meiner Universität gibt es auch Interesse von einer Architekturschule in Barcelona oder von der Angewandten in Wien. Es könnte hier auch Design-Seminare gegen. Wir selbst planen jedes Jahr im Herbst zu kommen und wollen damit auch das Erbe von Domenig weiterführen. Das Steinhaus, das muss ich betonen, ist ein unglaublicher Schatz für die Region.
Wo nächtigen Sie eigentlich mit Ihren Studenten?
MACK: In einem Gasthof in Steindorf. Auf dem Steinhaus-Gelände könnten wir nur campieren.
Dem Andenken des im Juni verstorbenen Hausherrn ist am Samstag ein Symposion gewidmet, bei dem Sie mit prominenten Kollegen die Frage stellen: "Niemals wieder Widerstand?". Hat Domenig für Sie diesen Widerstand verkörpert?
MACK: Der Titel stammt von Peter Noever und bezieht sich natürlich auf Domenig, der diesbezüglich in Österreich eine tragende Rolle gespielt hat. Es ist kompromisslos seinen Weg gegangen und hat sich nie um Trends gekümmert. Seine Rücksichtslosigkeit, auch gegen sich selbst, hatte bekanntlich nicht nur Befürworter. Insgesamt werden wir uns die Frage nach dem Widerstand auch bei Zaha Hadid oder Coop Himmelblau stellen. Jeder, der sich für Architektur interessiert, ist wilkommen.
Features
Zur Person
Mark Mack, geb. 1949 in Judenburg, lebt seit 1974 in den USA und lehrt - nach Anfängen in Berkely - Architektur an der UCLA in Los Angeles.
Am Samstag (9 bis 15 Uhr) diskutiert er gemeinsam mit Thom Mayne, Peter Ebner, Marcos Cruz, Kurt W. Foster, Peter Noever, Hernan Diaz-Alonso und Georg Wald im Steinhaus zum Thema "Never again resistance?". Eintritt frei!



















