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Zuletzt aktualisiert: 17.09.2012 um 09:47 UhrKommentare

Neue Fußbodentrends

Foto © APA

Schleifspuren von Schuhen, Kratzer und Dellen: Gerade ein gebrauchter Fußboden aus Holz lässt einen Raum gemütlich wirken. Doch alt muss er nicht sein. Er kann auch nur so aussehen, als sei er aus Holz. Die Hersteller haben ihre Tricks.

Die eigenen vier Wände sind der Rückzugsort zum Ausruhen, Entspannen und Durchatmen. Gerade hier soll es gemütlich sein, man soll sich wohlfühlen. Weiße Fliesenböden schaffen das nicht, und der flauschige Teppich im Wohnraum ist auf dem Rückzug. Heute sollte ein Drittel bis höchstens die Hälfte des Bodens damit bedeckt sein, findet die Trendanalystin Gabriela Kaiser aus Bayern. Stattdessen liegen Böden aus Holz im Trend - oder täuschend echte Holzimitationen.

Holz spricht ein Bedürfnis der Menschen an: Viele leben in der Stadt und sind rund um die Uhr von Technik umgeben. Natürliches kommt dort kaum vor. "Deshalb fühlen wir uns in den eigenen vier Wänden besonders wohl, wenn wir von natürlichen Materialien umgeben sind", sagt Kaiser. Daher gelte beim Boden: Je naturgetreuer die Materialien sind, desto behaglicher wirke der Raum, erläutert die Wohnexpertin Katharina Semling aus Oldenburg.

Besonders gefragt seien Holzböden, die aussehen wie schon lange benutzt. "Wir sind es gewohnt, jeden Gebrauchsgegenstand in einem perfekten Zustand bekommen zu können. Aber gerade deswegen sehnen wir uns nach dem Alten, Unperfekten", erklärt Semling den Trend zum "used-look".

Holz für Parkettfußböden werde absichtlich auf alt getrimmt, die natürliche Maserung und Astlöcher werden nicht bearbeitet. Sogar Spuren von Beschädigung bekommt das Material: Im Trend sind Böden mit Rissen, sägerauen Veredelungen und Flicken, lautet die Einschätzung der Veranstalter der Domotex, der Internationalen Fachmesse für Teppiche und Bodenbeläge in Hannover.

Bei der Überlegung, welcher Bodenbelag der richtige ist, denken viele auch an die Umwelt, hat Kaiser beobachtet. Gefragt seien daher heimische Hölzer wie Eiche oder Buche.

Dank spezieller Verfahren können sie die dunklen Braun- und Schwarztöne edler Exotenhölzer annehmen, erklärt Bastian Herzig vom Verband der deutschen Parkettindustrie (vdp). Die dunkelbraune Räuchereiche sei derzeit besonders beliebt. Dafür wird Eichenholz etwa mit Ammoniak begast. Im Zuge der Entwicklung erlebt ein Holzmaterial ein Revival: "Durch seine warme, gemütliche Ausstrahlung ist der Kork im Moment wieder im Kommen", sagt Kaiser. Der Trend gehe hier zu helleren Tönen, erklärt Anke Wöhler vom Deutschen Kork-Verband (DKV) in Bielefeld.

Den Trend zu naturgetreuer Optik bedient auch die Laminat- und Fliesenbranche. Die Böden können nicht nur aussehen, als wären sie aus Holz. Sie fühlen sich inzwischen so an. Strukturierte Oberflächen imitieren die Haptik von Holz, erläutert Karin Dullweber vom Verband der europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF) in Bielefeld. "Für ein gemütliches Wohnen empfehlen sich besonders Laminatböden mit hellen Eiche-, Ulme- oder Birke-Dekoren. Auch gräulich, patinierte Optiken sind im Trend."

Bei den keramischen Fliesen sind neben Holzoptiken Imitationen von Steinmaterial wie Schiefer, Marmor oder Granit gefragt, berichtet der Industrieverband Keramische Fliesen + Platten in Berlin. Die Farben seien angelehnt an die rote Erde Australiens, die Grüntöne gesammelten Regenwassers und die Brauntöne der Hölzer. Gerade braune Farben am Boden lassen einen Raum gemütlich wirken, erläutert die Einrichtungsexpertin Semling. "Wir sind eher kalte Temperaturen und schlechtes Wetter gewöhnt. Deshalb sehnen wir uns nach warmen Farben."

Wenn es doch der Teppich sein soll, muss er aus natürlichen Materialien gewebt sein, sagt Kaiser, die für die Teppichmesse Domotex den Trendbericht erarbeitet hat. Dort wurden in diesem Jahr Teppiche aus tibetanischer Hochlandwolle, Hanf, Bast und Kaktusgarn vorgestellt.

Kaiser empfiehlt für diesen Bodenbelag aber kein Holzbraun - Teppiche dürfen Farbtupfer sein. Im Trend liegen ein warmes Goldgelb, Senftöne, dunkleres Orange und Olivgrün - alles Farben, die auch von der hiesigen Natur abgeschaut wurden.

Quelle: APA

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