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Zuletzt aktualisiert: 05.09.2012 um 13:09 UhrKommentare

Der glühende Abschied

Am 1. September hat die Glühbirne endgültig ausgeleuchtet. Auch den 25- und 40-Watt-Glühbirnen wurde nun EU-weit das Licht ausgeknipst. Die Freude hält sich vielfach in Grenzen. Was bieten die Alternativen?

Ein Bils aus vergangenen Zeiten

Foto © APAEin Bils aus vergangenen Zeiten

Jetzt ist es endgültig so weit. Seit 1. September gilt auch für die 25- und 40-Watt-Glühbirnen ein EU-weites Produktions- und Vertriebsverbot. Seit September 2009 wurde den Glühbirnen in vier Etappen das Licht abgedreht. Der Abschied ging alles andere als ruhig über die Bühne. In Österreich sprachen sich in einer Umfrage 2009 rund zwei Drittel gegen das Aus für die Glühbirne aus. Europaweit reagierten Konsumenten mit Hamsterkäufen, so mancher Haushalt deckte sich mit Hunderten Glühbirnen ein, um dem Verkaufsverbot entgegenzuwirken. Das Glühbirnenverbot ist für viele Europäer so etwas wie ein Symbol für eine gefühlte Bevormundung und Regulierungswut von Brüsseler Bürokraten.

Verstärkt wurde diese Denkweise noch, als immer mehr Details zum Zustandekommen der Verordnung Nr. 244/2009 ans Tageslicht kamen. So reagierte die EU erst, als Australien 2007 ein Glühbirnen-Verbot bekannt gab. Und dann in vielen Punkten ohne das Parlament, also ohne die Volksvertreter. Diese segneten zwar 2005 die Ökodesign-Richtlinie als gesetzliche Grundlage ab, hatten aber in der Ausarbeitung der Verordnung nur mehr wenig zu melden.

Die Staatschefs gaben den Anstoß und bestimmten einstimmig, noch ohne Detailwissen, 2007 den "Aktionsplan Energiepolitik". Danach arbeiteten Kommissions-Vertreter, Vertreter von Interessensgruppen und nationale Fachexperten in einem so genannten "Konsultations-Forum" zusammen. Ein Gremium, das von der deutschen Wochenzeitung "Zeit" als "supranationales Abnickungsorgan" bezeichnet wurde.

Im Februar 2009 hätte der Umweltausschuss des Europaparlaments als letzte Instanz die Chance gehabt, das Thema vor das Plenum des Parlaments zu bringen. Der Ausschuss wollte das nicht, und die EU traf somit per Verwaltungsakt die Entscheidung, keine Glühbirnen mehr zu verkaufen. Erst dann, und freilich viel zu spät, begann der öffentliche Diskurs.

80 Prozent Energie sparen

Dabei ist das Ziel der Glühbirnen-Verordnung ein durchaus legitimes. Man will Strom sparen und etwas für den Klimaschutz tun. Glühbirnen erzeugen 95 Prozent Wärme und lediglich fünf Prozent Licht. Mit Energiesparlampen lassen sich bis zu 80 Prozent an Energie einsparen, argumentiert der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie. Zudem verweist man auf die deutlich längere Lebensdauer von Energiesparlampen. In den vergangenen Jahren hat die Aufregung rund um das Glühbirnen-Verbot jedoch auch zahlreiche Studien hervorgebracht, die am Image der Sparlampe als Klimaretter gehörig zweifeln lassen. In einem Dauertest des Magazins "Konsument" zeigte sich etwa, dass viele Modelle die angegebene Lebensdauer nicht erreichen und zudem schnell an Helligkeit einbüßen. Der Energieverbrauch fällt indes deutlich niedriger aus als bei Glühbirnen.

Hauptkritikpunkt war und ist jedoch der Umstand, dass Energiesparlampen einen geringen Anteil an Quecksilber enthalten und daher auch nicht mit dem Hausmüll entsorgt werden dürfen. Derzeit gilt ein höchstzulässiger Wert von fünf Milligramm Quecksilber pro Lampe. Ab 1. Dezember soll der Höchstwert schrittweise gesenkt werden.

Als ungiftige Alternative greifen daher immer mehr Konsumenten auf LED-Leuchten zurück.

MANFRED NEUPER, MARKUS ZOTTLER

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