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Zuletzt aktualisiert: 13.08.2012 um 06:00 UhrKommentare

Diebe nehmen keinen Urlaub

Im Sommer gehen Einbrecher besonders gerne auf ihre Beutezüge, denn viele Hausbesitzer sind auf Urlaub. Auch, weil es die Opfer den Tätern oft zu leicht machen.

Foto © APA | Sujet

Auf den Urlaub freut sich jeder - endlich mal ausspannen und den Alltagsstress vergessen. Doch Achtung, zu viel Sorglosigkeit kann auch in der Ferienzeit unangenehme Folgen haben. Denn während die Steirerinnen und Steirer irgendwo am Strand liegen, nutzen Kriminelle die Zeit und räumen die leer stehenden Häuser der Urlauber aus.

Oft sind potenzielle Opfer zu sorglos. Wer mit dem Flugzeug verreist, sollte die Adresse am Koffer nicht für jeden sichtbar anbringen, weiß Herbert Schreiner vom kriminalpolizeilichen Beratungsdienst. Denn Einbrecherbanden schicken Spähtrupps in die Abflughallen, um an die Adressen Verreisender zu kommen. Und besonders im Internet vergessen die Steirer offenbar, dass auch der "Feind" mitliest. Wer vor Urlaubsantritt etwa auf Facebook oder Twitter für jeden sichtbar seine Abwesenheit bekannt gibt, präsentiert sich Einbrecherbanden auf dem Tablett.

Die Täter selbst brauchen sich gar nicht mehr die Mühe zu machen, unzählige Profile potenzieller Opfer zu durchforsten. Es gibt schon eine eigene Webseite, die anhand von im Internet veröffentlichten Urlaubsmeldungen Listen über leer stehende Häuser anfertigt, die Einbrecher nur ausdrucken müssen. Auch in der Steiermark wurden Täter mit solchen Listen schon erwischt.

Wenn der Dieb dreimal läutet

Beliebt ist derzeit auch der simple Weg. "Vor allem in der Südoststeiermark läuten Täter am helllichten Tag, meist zur Mittagszeit, an", sagt Franz Strauß, Leiter der Fahndungsgruppe beim Landeskriminalamt. Macht jemand auf, fragen die Täter nach dem Weg. Bleibt die Tür aber geschlossen, wird eingebrochen.

Im Steigen begriffen sind auch wieder so genannte "Begräbniseinbrüche". Über Zeitungsannoncen oder Anschlagtafeln bei Kirchen sowie Aufbahrungshallen informieren sich Einbrecher über Termine von Begräbnissen. Während der Trauerfeier schlagen die Täter dann zu. "Täter suchen sich gezielt Partezetteln von Menschen mit Titel aus", so Strauß. Denn dort vermuten die Einbrecher besonders viel an wertvoller Beute.

Wichtig sei es, dass jeder die Augen nach verdächtigen Personen und Vorgängen offenhält. "Ein guter Nachbar ist das Um und Auf", betont Schreiner.

RAINER BRINSKELLE, KATHARINA PILLMAYR

Kommentar

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FAKTEN

3331 Einbruchsdiebstähle wurden von Jänner bis Juni 2012 in der Steiermark verübt. Im ersten Halbjahr 2011 waren es 3066.

Nur etwas mehr als 11 Prozent der Einbrüche werden geklärt.

Es gibt zwei Saisonen: Die Ferien sowie den Zeitraum November bis Jänner, wenn Dämmerungseinbrecher zuschlagen.

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