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Zuletzt aktualisiert: 08.08.2012 um 21:16 UhrKommentare

"Strom nach wie vor zu teuer"

Strom in Österreich ist zu teuer, wird die Regulierungsbehörde E-Control nicht müde zu betonen. Momentan könnten die großen Energiekonzerne Strom zwar günstig einkaufen, diese Preise werden jedoch nicht an den Kunden weitergegeben.

Foto © Tobias Kaltenbach - Fotolia.com

Strom in Österreich ist zu teuer, wird die Regulierungsbehörde E-Control nicht müde zu betonen. Momentan können die großen Energiekonzern Strom günstig einkaufen, die Großhandelspreise seien seit einigen Jahren markant gesunken, sagte am Mittwoch E-Control-Volkswirt Johannes Mayer im Ö1-Mittagsjournal. Der Kunde habe aber nichts davon. Die E-Wirtschaft weist derlei Vorwürfe von sich und spricht von gerechten und stabilen Preisen. In ihre Kalkulation wollen sie sich aber nicht schauen lassen, und auch ein neues Kartellrecht lehnen sie ab.

2008 habe eine Megawattstunde im Großhandel noch 70 Euro gekostet, momentan seien es zwischen 50 und 55 Euro, rechnete Mayer vor. Davon hätten auch die Endkunden etwas merken müssen, meint er. Anders sieht das Barbara Schmidt vom Branchenverband Oesterreichs Energie. Weder Erhöhungen noch Senkungen gebe man unmittelbar an die Kunden weiter. Im Jahr 2008 hätten die "extrem" hohen Großhandelspreise die Unternehmen geschluckt, von daher könne man jetzt auch eine Reduktion nicht unmittelbar weitergeben.

Die E-Control kritisierte weiters, dass die EVU keine Auskunft über die wahren Einkaufspreise geben und man daher gar nicht wissen könne, ob die Preise angemessen sind. Sollte bewiesen werden, dass sie zu hoch sind, wolle man den Fall vors Kartellgericht bringen, kündigte Mayer an. Bisherige Aufforderungen des Regulators nach Offenlegung der Einkaufspreisdaten blieben unbeantwortet, die E-Control hat deshalb schon den Verwaltungsgerichtshof (VwGH) angerufen. Chefregulator Martin Graf hofft laut "Standard" (Mittwoch) auf eine Entscheidung noch heuer.

Klarheit könnte die geplante Novelle des Kartellrechts bringen. Demnach sollen Unternehmen in Zukunft von sich aus beweisen müssen, dass die Preise angemessen sind. Die Energiewirtschaft hält davon nichts, Schmidt sprach von einem "Rückschritt des Wettbewerbs". Wenn man dann wieder einen Einheitspreis habe, frage sie sich, warum der Markt überhaupt liberalisiert wurde.


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