Pierre Cardin könnte "Lichtturm" in Venedig bauen
Der französischer Modeschöpfer Pierre Cardin will in Porto Marghera bei Venedig einen 244 Meter hohen "Lichtpalast" mit 69 Stockwerken errichten. Die Venezianer erzürnt vor allem, dass das Hochhaus den Glockenturm des Markusdoms überragen würde.

Foto © APAPierre Cardin will sein Leben mit einem Turm-Projekt krönen
Trotz seiner 90 Jahre überrascht der französische Modeschöpfer Pierre Cardin mit seinem unternehmerischen Geist: Der Designer plant den Bau eines Turms, mit dem er seine Karriere krönen will. Auf dem Gelände eines ehemaligen Chemiekonzerns im Industriegebiet Porto Marghera auf dem italienischen Festland vor Venedig will Cardin seinen "Palais Lumiere", einen 244 Meter hohen Lichtpalast aus 69 Stöcken, errichten.
Eiffelturm Italiens
Die Struktur, die den modernsten Umweltstandards entsprechen soll, wird auf einem 170 Meter großen Gelände errichtet und schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro kosten. In vier Jahren soll der Turm gebaut werden, der aus sechs panoramischen Plattformen bestehen wird, zu denen man dank 21 Liften Zugang haben hat. "Palais Lumiere" wird komplett beleuchtet sein und soll zum "Zugangstor" Venedigs werden, berichtete der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, der das Projekt aktiv unterstützt. "Der Lichtpalast wird Venedigs Tour Eiffel werden", versicherte Zaia.
Im Lichtpalast sollen unter anderem ein Bildungszentrum für Mode und Design und ein Hotel untergebracht werden. Insgesamt soll die Struktur 4.500 Personen beschäftigen. Drei Milliarden Dollar plant der 90-jährige Modepapst mit venezianischen Vorfahren zu investieren. In wenigen Tagen muss der Stadtrat entscheiden, ob er Cardin für sein Projekt grünes Licht geben will. Das Hochhaus würde auch das 110-Meter-Limit überschreiten, das von der Luftfahrtbehörde Enac als Sicherheitsgrenze verfügt wurde.
Cardin - Modelegende, Geschäftsmann und Kulturmäzen - wurde in der Ortschaft Sant'Andrea di Barbarana, 16 Kilometer von Venedig entfernt, geboren. Er war mit seiner Familie im Alter von zwei Jahren nach Frankreich gezogen, hängt jedoch immer noch sehr an Venedig. "Pierre Cardin ist ein neuer Lorenzo de' Medici. Wir brauchten einen Mäzen zur Verwertung dieses Geländes vor Venedig und zur Errichtung eines symbolischen Werks", sagte Zaia.


















