Umbau-Programm für "Familienerbstück"
Stilwechsel: Alexandra Haiderer hat ihre alte - und seit Generationen von der Familie bewohnte - Mietwohnung mit einfachen Mitteln und geringem Budget zu einer ganz neuen gemacht.

Foto © LichtblendeDie alte Couch wurde im Wohnzimmer mit Grautönen neu in Szene gesetzt
Alexandra Haideres Wohnung hat schon eine Menge Familiengeschichte auf dem Buckel: 1947 zog hier ihr Großvater ein, dann wohnte ihr Vater darin und 1991 schließlich übernahm sie selbst die 61 Quadratmeter in Wien zur Miete. Wie das halt so ist mit Familienerbstücken, die einfach zu uns gehören und die man deshalb gar nicht mehr sieht, kam auch für Haiderer eine radikale Veränderung der Räume lange Zeit nicht in Frage. Zumal um das Geld für eine Wohnungsrenovierung auch einige wirklich schöne Abenteuerreisen machen kann.
2011 war es der Wienerin daheim dann doch zu wenig bunt: Sie wollte es "heller, frischer und freundlicher." Und das alles um möglichst wenig Geld, da die Wohnung ja auch nicht ihr gehört. Mit der Wohnberaterin Andrea Schmidt hatte Haiderer dabei die richtige Fachfrau an ihrer Seite. Im Laufe mehrerer Monate wurden Vorraum, Küche, Bad, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Büro umgestaltet. "Mit ein paar Professionisten und viel Eigenleistung", wie Schmidt betont.
Zuallererst kamen neue Parkettböden in die Wohnung. Dann nahm sich das Duo Haiderer-Schmidt - nach Lust und Laune und Urlaubsbudget - die einzelnen Räume vor.
Vorraum
Mit Farbe lassen sich am schnellsten und einfachsten Effekte erzielen. Die Bilderwand hinter der Eingangstür bekam ein kräftiges Rot - mit einer simplen Neonröhre als Beleuchtung. Die düster-dunkle Garderobe wurde gegen ein asiatisches Kästchen in Grün ausgetauscht: Der Eyecatcher passt mit seiner geringen Tiefe perfekt in den Eingangsbereich. Der Spiegel ist "Kare-Design". Die eigentliche Clou sind allerdings die Dalmatiner-Kästchen darüber: Die alten dunklen Möbel mit dem Jute-Inlet wurden einfach frisch gestrichen und mit einem Dalmatiner-Stoff aus einem Restpostenlager in Wien aufgepeppt. "Wir haben den Stoff auf Platten vom Baumarkt getaggert und geklebt", sagt Schmidt.
Wohnzimmer
Die blitzblaue Ledercouch war Altbestand. Mit der grauen Wandfarbe wirkt der Raum ruhiger, edler. "Wir haben den Grauton von der Ikealeuchte um 10 Euro genommen", erklärt Schmidt das Konzept. Der Ton zieht sich auch bei den Zierpölstern und der neuen Anrichte von Interio durch. Ein Teppich von Interio, eine Leuchte von Kare und ein paar transparente Kunststoffsessel von Philppe Starck bringen ein ganz neues Wohngefühl in den Raum.
Küche und Bad
Hier zeigen Ikea-Möbel, was sie können. Die alten Fliesen wurden im Bad einfach überspachtelt, in der Küche aber entfernt. Hier sorgt jetzt einseitig lackiertes Glas für den kräftigen Farbtupfer in einer schlichten, weißen Küchenzeile. Der Kunststoffteppich macht das Ganze wohnlicher. Mti diesem Stichwort sind wir auch schon beim Büro, das eine orientalische Leuchte ins rechte Licht setzt.
Features
Fotoserien
Was & Wer
Neugestaltung einer 61 m2 großen Mietwohnung in Wien zwischen Jänner und Mai 2011. Kosten inkl Umbauten, Maler, Parkett und Entsorgung zirka 38.000 Euro.
Planung "Andrea Schmidt – Farbe bewegt", Farb-, Stil- und Wohnberatung, Schwerpunkt in Wien, Graz und Kärnten, 60 Euro pro Stunde. Huglgasse 11/19, 1150 Wien, Tel. (0699) 19 24 8008




















