Wohnen als Preistreiber
Die Inflation kletterte im Juni leicht auf 2,2 Prozent. Seit Monaten bereits steigen Mieten und Wohnkosten weit über dem Durchschnitt.

Foto © Kautz15 - Fotolia.comWohnen ist ein Grundbedürfnis, aber Wohnungen sind ein knappes Gut, das teuer geworden ist
Nach einigen Monaten einer leicht sinkenden Inflation vermeldet die Statistik Austria für den Juni wieder einen Anstieg - dieser fällt mit 0,1 Prozent auf 2,2 Prozent im Vergleich zum Juni 2011 jedoch moderat aus. Konstanter Preistreiber bleiben indes Mieten und andere Wohnkosten. Sie machen einen Gutteil der Inflation aus; im Mai fast ein Drittel, im Juni waren sie für mehr als ein Viertel des Preisanstieges verantwortlich.
Im Bereich Wohnung, Wasser und Energie beträgt die durchschnittliche Inflation im Juni 3,2 Prozent, die Mieten sind um fünf Prozent gestiegen. Auch die Instandhaltung (plus 2,9 Prozent) und die Haushaltsenergie (plus 2,2) wurden teurer, Heizöl und Gas kletterten im Preis um je 3,9 Prozent. Einzig Strom gab ein wenig nach (minus 0,3). Doch es gibt noch andere Preistreiber. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke etwa. Sie verteuerten sich im Schnitt um drei Prozent. Hier stechen vor allem die Getränke mit 5,3 Prozent heraus. Kaffee verteuerte sich nach plus zehn Prozent im Mai um weitere 8,5 Prozent. Preisdämpfend wirkte sich hingegen der Bereich Verkehr aus.
Treibstoff wurde im Juni um 3,2 Prozent billiger, seit April sanken die Preise sogar um 6,2 Prozent. Europaweit liegt Österreich mit der Inflation im Mittelfeld (siehe Grafik). In der Euro-Zone betrug sie 2,4 Prozent im Schnitt.
Konjunktur eingetrübt
Die Bank Austria geht in ihrem gestern veröffentlichten Konjunkturausblick von einer rückläufigen Inflation für die zweite Jahreshälfte aus. Weniger erfreulich sieht Chefökonom Stefan Bruckbauer die Wirtschaftslage, die sich in den vergangenen Wochen zusehends eingetrübt habe.
Grund dafür sei die Verflechtung Österreichs mit anderen EU-Ländern. Das Wirtschaftswachstum in Österreich kam im zweiten Quartal auf 0,2 Prozent. Dank laufender Abschwächung des Euro-Wechselkurses, wovon der Export profitiert, und sinkender Ölpreise könnte sich 2012 dennoch ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,8 Prozent ausgehen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine weltweite Wachstumsprognose leicht nach unten korrigiert und rechnet jetzt mit 3,5 Prozent. Für die Euro-Zone insgesamt bleibt der IWF bei seiner Vorhersage, dass die Wirtschaft um 0,3 Prozent schrumpft.


















