Immobilien im Mürztal: Auf sicherem Boden
Wohnen im Raum Bruck an der Mur und Kapfenberg: Welche Immobilien zu haben sind, was Häuser, Grundstücke und Wohnungen kosten und weshalb das Mürztal ein interessantes Gebiet ist.

Foto © www.birdeyeview.atFür Anlegerwohnungen aus der Region interessieren sich auch viele Auswärtige
Keine Spur von Krise. Klaus Sommerauer kennt den Immobilienmarkt in seiner Region seit 20 Jahren in- und auswendig und hat keinen Grund zu klagen: "Wir haben einen guten, aufstrebenden Immobilienmarkt." Bewegung verzeichnet er vor allem im Segment gebrauchter Eigentumswohnungen: "Der Wiederverkaufspreis ist seit eineinhalb Jahren stark gestiegen, mittlerweile sind hier Preise bis 1300 Euro/m² erzielbar." Das entscheidende Kriterium sei allerdings die Lage, das könne man gar nicht oft genug sagen.
Bruck und Kapfenberg wachsen nach Erfahrung der Branchenexperten immer mehr zusammen: "Vor sieben Jahren war der Preisunterschied für gebrauchte Wohnungen zwischen den beiden Städten noch extrem, heute beträgt er gerade einmal zehn Prozent," beschreibt Sommerauer seine Beobachtungen. Der dritte Trend, auch hier ist er sich mit seinen Branchenkollegen einig: "Grundstücke sind kaum gefragt, das Hausbauen ist drastisch zurückgegangen."
Die Ursachen für diese Entwicklung orten die Immobilienprofis bei Fördersituation und Finanzierbarkeit, anders gesagt: Für viele ist das Bauen einfach nicht mehr leistbar. Die Alternative? "Wer nicht baut, kauft Eigentum, dadurch werden Gebrauchtimmobilien mehr wert", bringt es Michaela Arbesleitner von der HF-Immobilien-Projektentwicklungs-Consulting GesmbH auf den Punkt. Neubauobjekte seien in der Gegend nämlich rar.
Preisklasse
Begehrt sind vor allem Objekte in der Preisklasse zwischen 100.000 und 200.000 Euro, wenn es um Einfamilienhäuser geht, wobei die Luft bei 200.000 Euro schon dünn werde. Was man sich von einem Haus um 100.000 Euro erwarten darf? Mario Hörzer vom Bank Austria Immobilienservice nennt für die "Richtung Mürzzuschlag" folgendes Beispiel: "Um diesen Preis bekommt man ein 700 bis 800 Quadratmeter großes Grundstück mit einem etwa 100 Quadratmeter großen, leicht sanierungsbedürftigen Haus, in dem man gut wohnen kann, wenn man noch etwa 50.000 Euro in Verbesserungen investiert." Bei gebrauchten Wohnungen gehe es hingegen zumeist um die Preisklasse zwischen 100.000 und 120.000 Euro. "Wohnungen mit Landesdarlehen sind dabei leichter zu verkaufen als freifinanzierte", sagen die Experten. "Worauf die Leute in jedem Fall achten, sind die Betriebskosten", gibt die Architektin Marleen Viereck zu bedenken. "Instandhaltungskosten und Rücklagen sind ein wichtiges Thema."
Neben den Ballungszentren Bruck und Kapfenberg gewinnen St. Marein und St. Lorenzen als Wohngebiete seit 15 Jahren an Attraktivität. Sommerauer: "Das sind Wohngegenden, wo der Quadratmeterpreis für aufgeschlossenen Baugrund schon im Dezember 2010 die 100-Euro-Marke erreicht hat. Die meisten Anfragen von Leuten, die bauen wollen, betreffen St. Marein und St. Lorenzen." Insgesamt ist der Immobilienmarkt nach Aussage der Makler bis Kindberg ein guter, "danach wird es schwieriger". Hörzer sagt zu diesem Thema: "Ein Objekt in Krieglach, das keinen Käufer fand, war binnen zwei Tagen vermietet - und das mit einer Rendite, von der man in Graz nur träumen kann."
Anlageobjekte sind für die Immobilienprofis der Region generell ein wichtiges Thema: "Bruck und Kapfenberg sind perfekt für Anleger, besser als Graz. Hier kann man schöne Wohnungen noch mit einer wirklich guten Rendite vermieten."
Features
Zahlen
696 Euro pro Quadratmeter für gebrauchte Eigentumswohnungen mit einfachem Wohnwert im Bezirk Bruck/Mur ist laut Immobilienpreisspiegel 2012 der Wirtschaftskammer der aktuelle Durchschnittspreis.
49,6 Euro pro Quadratmeter für Baugrund im Bezirk Bruck/Mur für frei stehende Einfamilienhäuser (600 bis 800 m2) ist der aktuelle Durchschnittswert für "normale Wohnlage".


















