Girardihaus: "Umbau seit Jahren blockiert!"
Wird das Denkmal- zum Abbruchhaus? Nach Warnung der Altstadtschützer wird Nagl aktiv. Besitzer beruhigt: "Ich will das Haus nicht abreißen!"

Foto © GirardihausProteste besorgter Altstadtschützer beschäftigt den Gemeinderat
Es steht in der "Weltkultur-Sterbe-Stadt-Graz" - so liest man das auf Protest-Transparenten an der Fassade des leer stehenden, denkmalgeschützten Girardi-Hauses in der Leonhardstraße. Aktivisten wollen so die vermuteten Abbruchpläne des Besitzers bekämpfen. Und tatsächlich machten die Transparente das Schicksal des Geburtshauses von Volksschauspieler Alexander Girardi zum Fall für den Gemeinderat. Die Mandatare Karl Dreisiebner (Grüne) und Andreas Fabisch (KPÖ) bedrängten Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP), er möge verhindern, dass es hier zu einem zweiten Kommod-Haus-Fall komme. Was nicht der Fall sei, betont der Stadtchef: "Der Investor versucht seit zwei Jahren, das Objekt zu sanieren und zu entwickeln."
Dass die Altstadtschützer alarmiert waren, ist nachvollziehbar. Die Tür zur Straße steht offen, auch alle Fenster sind geöffnet und lassen es hineinregnen. So werde das Haus dem Verfall preisgegeben, kritisierte Soko-Altstadt-Sprecher Peter Laukhardt.
Hausbesitzer Otto Roiss weist alle Vorwürfe zurück: "Ich habe sogar eine Firma beauftragt, alles zu verschließen und das auch auf Fotos dokumentieren lassen." Kurz darauf sei wieder alles aufgebrochen worden und auch die Transparente seien wohl von innen angebracht worden. Daher setzt es jetzt eine Anzeige wegen Einbruchs und Besitzstörung gegen Unbekannt. Roiss betont auch: "Ich will das Objekt nicht abreißen, sondern sanieren und denkmalschutzkonform ausbauen." Aber seit zwei bis drei Jahren gebe es zwischen Denkmalamt und Altstadtschutz eine Blockade im Verfahren.
Ein Gipfel bei Nagl mit den relevanten Institutionen soll nun das Verfahren beschleunigen. Auch die Chefin der Baubehörde Verena Ennemoser beruhigt: "Der Eigentümer hat bisher alle unsere Auflagen, wie das Abklopfen des Putzes und die Sicherung des Hauses, erfüllt. Und wir kontrollieren das Objekt wöchentlich." Nagl: "Ich glaube unseren Experten mehr als so manchem aufgebrachten Bürger."


















