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Zuletzt aktualisiert: 25.05.2012 um 15:33 UhrKommentare

Wie viel Geld ist nötig, um ein Haus zu bauen?

Was sind die Preistreiber, wie kann man Kosten sparen und welche Trends zeichnen sich ab? Experten aus der steirischen Baubranche sorgen für den Überblick.

Foto © Sergey Khamidulin - Fotolia.com

Unter 300.000 Euro Grundkapital spielt sich derzeit im Einfamilienhausbereich nicht viel ab, da sind sich die Experten beim Immobilien-Themenabend der Kleinen Zeitung großteils einig und sprechen dabei von einem schlüsselfertigen Haus samt Grundstück.

"Die Kunden werden auch immer anspruchsvoller, verlangen mehr in puncto Architektur, Ausstattung und Haustechnik", sagt Josef Kötz von Kötz Haus. "Tatsächlich muss man um diesen Preis auf jeden Fall außerhalb von Graz, sicher nicht nahe bei der Stadt, bauen, dass die Grundstückskosten noch abgedeckt sind", ergänzt Robert Adam von Baumir Haus. Zu den Hauskosten hält er fest: "Die Frage ist ähnlich schwer zu beantworten wie ,Was kostet ein Auto?'" Allzu unterschiedlich seien die Erwartungen der Kunden. Ein ehrlicher Wert für gute mittlere Qualität bezugsfertig samt Keller seien aber 2000 Euro pro Quadratmeter. "Generell werden die Häuser tatsächlich teurer, obwohl die Durchschnittsgröße nach wie vor bei 120 bis 140 Quadratmetern liegt - weil die Kunden eine immer bessere Ausstattung wählen", betont Diego Freydl von Hanlo Fertighaus.

Kostenwahrheit

"Zu den Preistreibern gehört neben dem ganzen Drumherum wie Kanalanschluss u. Ä. die Energietechnik", sind sich die Experten einig. "Vor zehn Jahren ging es bei Beratungsgesprächen nur um das Bauwerk, heute dreht es sich dabei zu 50 Prozent um den Energiesektor", sagt Adam. Immer mehr Kunden würden darauf verzichten, um Wohnbauförderung anzusuchen, um den Mehraufwand und damit die Mehrkosten für die erst kürzlich wieder gesenkte Energiekennzahl zu vermeiden. Kötz: "Wir haben heuer noch kein einziges Haus mit Förderansuchen gebaut." Das Grundprodukt Haus mit seinen Wänden und dem Dachstuhl ist also nicht das große Thema für Hausbauer, die sparen wollen. "Die Haustechnik hat das Bauen in den letzten Jahren stark verteuert", erklärt Georg Guntschnig von der ZMP GmbH. Idealhaus-Chef Hermann Rottensteiner sagt dazu: "Wir bauen häufig Häuser mit Lüftungsanlage, das hat für die Kunden aber hauptsächlich einen psychologischen Wert, um die Energiekennzahl und die Förderrichtlinien geht es dabei nicht."

Die Wünsche

Ganz oben auf der Prioritätenliste potenzieller Hausbauer steht ein großzügiges Raumangebot. Viele Kunden träumen nach Erfahrung der Expertenrunde von 130 bis 150 m² Wohnfläche, das Budget reiche aber für maximal 120 m². "Die Leute haben oft zu wenig Gefühl für die Größe", sagt Rottensteiner, der diese Damen und Herren gern zu einem Bauvorhaben mit entsprechender Größe führt. "Meistens kommt das Aha-Erlebnis, dass 120 m² super sind." Ein Sparpotenzial liegt auch im Verzicht auf den Keller. Diego Freydl sagt: "Wir bauen überwiegend auf die Bodenplatte, mehr als 60 Prozent der Häuser werden mit einer Kellerersatzgelegenheit ausgestattet. Hier hakt Wolfgang Preschan von der BMU Bau GmbH ein: "Die meisten bauen ein 120 m² großes, zweigeschoßiges Haus mit Keller; im Endeffekt lebt die Familie dann auf 60 m². Wir empfehlen einen Bungalow auf einer Ebene, einen großen Kellerersatzraum und ein größeres Wohnzimmer. So bekommt man um das gleiche Geld ein wesentlich repräsentativeres Haus." Dieser Überlegung entspricht übrigens auch der aktuelle Wellnesstrend. Wer will Sauna und Fitnessraum schon im Keller haben?

DANIELA BACHAL

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