Bausparer: Ein Liebling im Abseits
Die Halbierung der Bausparprämie setzt der einst beliebtesten Anlageform der Österreicher zu. Das Bausparen sinkt in der Anlegergunst.

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Über Jahrzehnte galt es gewissermaßen als ehernes Gesetz: Der Bausparer ist die beliebteste Sparform der Österreicher. Gemeinsam mit dem Sparbuch führt er seit vielen Jahren die Geldanlage-Charts in Österreich an. Die Marktforscher von GfK erheben regelmäßig die Stimmung unter 18.000 Österreichern. Das Sparpaket der Regierung, in dessen Rahmen auch eine Halbierung der staatlichen Bausparprämie beschlossen wurde, hat dem Liebling jetzt aber mächtig zugesetzt. Laut aktuellem Anlagebarometer sehen 43 Prozent der Österreicher im Bausparer "eine besonders interessante Anlageform" - das ist einer der tiefsten je erhobenen Zustimmungswerte. Das Sparbuch ist - trotz kümmerlicher Sparzinsen - die Nummer eins in der Gunst der österreichischen Sparer.
Neue Bauspar-Produkte
Insgesamt betreuten die vier österreichischen Bausparkassen (Raiffeisen, s Bausparkasse, Wüstenrot und ABV) zuletzt 5,6 Millionen Bausparkonten. Allein im Vorjahr wurden 978.565 neue Ansparverträge abgeschlossen.
Die Kassen haben massiv gegen die staatliche Prämienhalbierung gewettert, tatsächlich hat sich die Nachfrage durch diese Maßnahme eingebremst. Die staatliche Prämie liegt mittlerweile bei höchstens 18 Euro im Jahr.
Die Bausparkassen versuchen nun, mit neuen Produkten und höheren Startzinsen das Geschäft wieder zu beleben. Doch diese erhöhten Zinssätze gelten nur für die ersten zwölf Monate, danach orientiert sich die Verzinsung wieder an den mäßig attraktiven Marktzinsen.
Grundsätzlich gilt bei der Geldanlage weiterhin: Sicherheit geht vor Ertrag. "Die Österreicher haben im Moment wenig Vertrauen in die Kapitalmärkte und möchten sich alle Optionen offenhalten - vor allem jene, das Geld bei Bedarf schnell zu beheben, wenn es benötigt wird", betont GfK-Finanzmarktexpertin Sonja Buchinger.



















