Lichtspiele statt Glashaus
Viele Fenster, wenig Türen und starke Kontraste. Der Villacher Franz Nagelseder zelebriert mit seiner Familie das Wohnen im offenen Raum voller Licht. Ein Wohntraum in Weiß ...

Foto © Helmut WeichselbraunWeißer, offener Wohnraum im Obergeschoß mit Stauraum in den Möbelwänden
Preisfrage: Was macht ein Leuchtenspezialist in einer Wohnung zuallererst? Licht - richtig. Als Leiter des Vertriebs für Globo-Leuchten in Frankreich war Franz Nagelseder da keine Ausnahme, als er sich im Vorjahr für den Kauf einer neuen Wohnung in Villach entschied. Er hätte es dabei ganz ruhig angehen können, den Bauträger einfach bauen lassen und derweilen ganz gemütlich im Leuchtenkatalog die 15, 20 oder 30 Lieblingslampen aussuchen. In einer knapp 180 m2 großen Maisonette kann einem schließlich oft ein Licht aufgehen. Franz Nagelseder wollte aber mehr. "Am liebsten wäre mir ein Glashaus", sagt der bekennende Minimalist.
Luftige Treppe
Folgerichtig machte er sich als Erstes daran, den Grundriss der zweigeschoßigen Wohnung zu bereinigen. Ausräumen war angesagt, als der Bauherr dabei mit Gerald Martinschitz den Innenarchitekten seines Vertrauens zurate zog. Aus der klassischen Vier-Zimmer-Wohnung mit Gang- und Vorraumzonen sollte möglichst ein einziger offener, transparenter Wohnraum auf zwei Etagen werden. Wo sich separate Zimmer nicht vermeiden ließen (Kinderzimmer, Schlafraum und Bad), wurden satinierte Glas-Schiebetüren eingesetzt. Konsequenterweise steht auch die Treppe ins Obergeschoß optisch nicht im Weg. Wäre es nach dem Hausherrn gegangen, wäre sie vollständig aus Glas. "Auf die Trittstufen aus Holz hat meine Frau bestanden", räumt der Hausherr ein.
Die Schrägen unter dem Dach sollten sichtbar bleiben, was zur Folge hatte, dass Standard-Möbel von vornherein nicht infrage kamen. Für den gelernten Tischler Martinschitz hieß es auch hier: "Übernehmen Sie!" Entstanden ist dabei Stauraum, der sich fast unsichtbar macht: Was auf den ersten Blick einfach eine weiße Wand ist, zeigt nach sanftem Tippen auf die Möbelfront sein Innenleben als Schrank, Geräteraum oder Waschmaschinenversteck. Weiß dominiert - auf den Böden, an Wänden und Decke. "Weil man sich an dieser Farbe nie sattsehen kann", sagt der Hausherr. Bunte Akzente setzt man ohnehin ganz leicht mit modischen Accessoires. Und der Hausherr hat dabei keine Vasen im Kopf.
Farbe strahlt in dieser Wohnung von der Decke und von den Wänden, wenn der Hausherr auf die Fernbedienung drückt. Modernes Lampendesign mit LEDs macht's möglich. Wenn Nagels-eder das Licht einschaltet, wird es nicht einfach hell, sondern stimmig. "Licht kann Räume machen - oder sie zerstören. Es kann Zonen trennen und verbinden, Kanten ausbügeln und Akzente setzen", sagt der Hausherr. Und uns geht wieder ein Licht auf.
Features
Der Hausherr
Franz Nagelseder arbeitet für die Globo Handels GmbH, einem der größten Leuchtenhändler Europas mit Hauptsitz in St. Jakob im Rosental in Kärnten, Vertrieb über Möbelhäuser und Baumärkte.
Fotoserie
Der Innenarchitekt
Gerald Martinschitz, "Martinschitz Tischlerei -Innenarchitektur - Wohndesign" kombiniert Möbelhandel mit Tischlerei und gesamter Raumplanung.
Kleinsattelstraße 50, 9500 Villach, Tel: (04242) 32 8 95



















