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Zuletzt aktualisiert: 11.04.2012 um 15:43 UhrKommentare

Mit Alkohol gegen Schimmel vorgehen

Foto © APA

Nach den langen, feuchten Wintermonaten entdeckt man ihn nun überall: Schimmel hat sich an Fensterdichtungen oder in Ecken breit gemacht. Kleine Flecken können Verbraucher selbst entfernen. Atemschutzmasken sind dabei Pflicht. Und auch Alkohol hilft.

Er breitet sich langsam aus, riecht nach muffigem Kartoffelkeller und liebt die Feuchtigkeit: Schimmel im Wohnraum. Besonders nach den Wintermonaten erleben viele eine böse Überraschung, wenn sich in kalten Ecken, hinter Schränken und an Matratzen der unliebsame Pilz gebildet hat. "Sobald man Schimmel entdeckt, sollte man ihn unbedingt sofort entfernen", rät Umwelt-Expertin Christiane Baschien. Schimmelpilze sehen nicht nur hässlich aus, sondern seien vor allem wegen der Sporen und Mykotoxine gesundheitsschädlich. Sie können Beschwerden mit den Bronchien auslösen, Allergien hervorrufen oder Kopfschmerzen verursachen.

Schäden bis zu einer Fläche von einem halben Quadratmeter können Verbraucher laut Baschien selbst behandeln. Sie rät, dabei eine Atemschutzmaske der Filterklasse FFP2 oder 3 zu tragen. "Dann kann man an den betroffenen Wandstellen die Tapete entfernen und den Bereich mit 70-prozentigem Alkohol nachbehandeln." Auf glatten Flächen reiche das Abwischen mit dem Gemisch, Silikonfugen sollte man aber erneuern.

Chlorhaltige Mittel und alles, was unter dem Namen "Schimmel-Ex" von diversen Unternehmen kursiert, seien nicht ratsam, sagt Baubiologin Ilka Mutschelknaus. Diese schadeten den Atemwegen und seien für das Ökosystem äußerst bedenklich. Auch Essig empfiehlt sie nicht: "Einige Innenraumschimmelarten mögen Essig, für sie bildet er sogar eine Art Nährboden." Präparate auf Fruchtsäurebasis gelten als gesundheitlich unbedenkliche Reiniger.

Nach dem Behandeln der befallenen Stellen müsse man den verwendeten Lappen oder die Bürste direkt entsorgen, so dass sich der Schimmel nicht an anderer Stelle ausbreiten kann, erklärt Mutschelknaus. Anschließend sei es wichtig, dass sich der Verbraucher auf Ursachensuche begibt. "Wenn ich nicht weiß, wie der Schimmel entstanden ist, kann ich auch nicht verhindern, dass er wiederkommt."

Für Schimmel kann es verschiedene Ursachen geben: Generell sei Schimmelbildung an zu viel Feuchtigkeit gebunden, erklärt Diplombiologin Silke Christiansen. Wegen eines undichten Dachs oder einer leckenden Rohrleitung in der Wand könne das Baumaterial durchfeuchtet werden.

Im Winter komme zudem Kondenswasser dazu - es entsteht, wenn sich in nicht genügend aufgeheizten Zimmern die Luftfeuchtigkeit an den Raumwänden niederschlage. Das ist laut Christiansen besonders im Altbau ein Problem, da dort die einfach verglasten Fenster im Laufe der Zeit gegen neue mit hohem Dämmwert ausgetauscht wurden. Die Feuchtigkeit kondensiere am kältesten Bauteil, den Außenwänden.

Vorbeugen kann man der Schimmelbildung vor allem durch richtiges Lüften und Heizen. Auch die Wandfarbe ist Mutschelknaus zufolge ein entscheidender Faktor. In Mietwohnungen werden ältere Farbschichten beim Einzug oft einfach überstrichen, so dass sich im Laufe der Zeit eine Art Haut auf dem Putz bilde und dieser nicht mehr atmen könne. Das liege auch daran, dass billige Dispersionsfarben verwendet würden. Besser seien reine Silikat- und Kalkfarben.

Neben dem gleich auszumachenden Schimmel gibt es eine Art des Pilzbefalls, den man nicht sofort entdeckt: den verdeckten Schimmel. "Das ist ein schwieriger Fall", sagt Christiansen. "Man sieht nichts und man riecht meist auch nichts." Häufig kommen Bewohner erst auf die Idee, dass Schimmel in der Wohnung sein könnte, wenn sie über lange Zeit hinweg ungeklärte Gesundheitsprobleme haben.

Dann sollte man laut Christiansen eine Raumluftanalyse machen oder einen Fachmann mit einem auf Sporen abgerichteten Schimmelhund die Wohnung untersuchen lassen. Der verdeckte Schimmel ist beispielsweise hinter Schränken zu finden oder sogar in der Wand, wo das Baumaterial wegen einer undichten Rohrleitung durchfeuchtet worden sei.

Quelle: APA

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