Hochhaus erinnert an explodierende 9/11-Twin-Towers
Niederländische Architekten haben für die südkoreanische Hauptstadt Seoul zwei futuristische Hochhäuser entworfen. Gebaut werden sollen die Wolkenkratzer bis 2015, doch nun regt sich Widerstand. Angehörige der 9/11-Opfer sind empört.

Foto © Reuters"The Cloud" sieht aus wie das einstürzende WTC in New York
Wie baut man ein Gebäude, das aussieht, als ob es in sich zusammen fällt? Das niederländische Architekturbüro MVRDV will es vormachen: In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul soll nach den Plänen der Holländer 2015 ein Hochhaus-Komplex entstehen, dessen beide Tower in der Mitte verbunden sind und an dieser Stelle wie eine gewaltige Explosion anmuten.
Die beiden Wolkenkratzer des Gebäudes sollen 260 und über 300 Meter hoch werden. Auf Höhe des 27. Stockwerks liegt die sogenannte "Pixel-Wolke" oder auch "Cloud", die die beiden Wolkenkratzer miteinander verbindet. Diese Wolke gleicht laut Kritikern den zwei riesigen Feuerbällen, die zum Zeitpunkt des Einschlags der Flugzeuge, aus den oberen Etagen des WTC schossen.
Respektlos
Nun haben sich die Angehörigen der 9/11-Opfer empört zu Wort gemeldet - man missachte das Andenken der 3000 Toten, die am 11. September 2001 bei Terroranschlägen ums Leben kamen. Mit dieser Reaktion hatten die Architekten nicht gerechnet. Nach Angaben der Architekten sei das Modell in Südkorea groß gefeiert worden. In den beiden Towern mit 54 beziehungsweise 60 Stockwerken sollen Luxus-Wohnimmobilien und Büro-Raume sowie eine Sky-Lounge, ein Swimmingpool, Restaurants, Cafés und einem Fitnessstudio entstehen.
"Wir möchten uns aufrichtig bei allen entschuldigen, deren Gefühle wir verletzt haben", erklärt nun das Unternehmen MVRDV auf seiner Internetseite. Es sei weder ihre Absicht gewesen, ein Bild zu schaffen, das den Angriffen auf das World Trade Center ähnelt, noch hätten sie während der Projekt-Entwicklung eine Ähnlichkeit erkannt. Sie erhielten bedrohliche Mails und Telefonanrufe von wütenden Menschen, die sie als Al-Kaida-Anhänger hinstellten. Ob der Designer aufgrund der Vorwürfe seine Pläne ändern wird, ist noch offen. Der endgültige Entwurf soll im März erscheinen.















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