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Zuletzt aktualisiert: 02.12.2011 um 14:30 UhrKommentare

Wohnen im Bezirk Hartberg

Wie viel Grundstücke, Häuser und Wohnungen in der Region derzeit kosten, welches Angebot auf dem Markt ist und was Kaufinteressenten suchen.

Foto © www.birdeyeview.at

Auch in Hartberg sind sie für Makler ein vertrauter Anblick: Besorgte Österreicher, die ihr Geld lieber in eine Immobilie investieren wollen als es auf der Bank liegen zu lassen. "Und wer Grund und Boden besitzt, gibt ihn nicht her - solange er nicht muss", schildert Siegmund Heschl vom s-Real-Büro in Hartberg die Situation. Das Angebot an interessanten Objekten ist also auch im Bezirk Hartberg überschaubar bis "nicht vorhanden". Zumal es auch hier die Tendenz zur Zentralisierung - rund um die Ballungsräume - gibt.

Gerhard Samer von Raiffeisen-Immobilien sagt es so: "Anlegerwohnungen sind sehr stark nachgefragt. Weil das Angebot in Hartberg fehlt, weichen auch die Hartberger nach Graz und Wien aus." Einfamilienhäuser seien ebenfalls stark gefragt. "Wir haben auch etliche davon im Angebot, aber leider nicht am richtigen Platz, also nicht in der Stadt und in der näheren Umgebung von Hartberg," sagt Samer.

Kaum Neubauten

Der Wohnungsmarkt ist in Hartberg ohnehin eine sehr spezielle Geschichte. "Es gibt bei uns keinen Neubau", sagt Heschl und präzisiert: "In Hartberg stehen derzeit nur zwei Baukräne: bei der Arbeiterkammer und beim Schloss. Im ganzen Bezirk gibt es derzeit kein einziges Bauträgerprojekt - und das ist sicher schon seit fünf Jahren so." Der Hintergrund: Die großen Bauträger haben in Wien und Graz genug zu tun - und die Quadratmeterpreise, die sich Kunden in Hartberg leisten können ("Unter 2000 Euro pro Quadratmeter", sind sich die Experten einig), sind auch kein besonderer Anreiz für Neubautätigkeit.

"Wir haben eine abwartende Situation", sagt Elisabeth Hanslik von Ing. Hanslik Immobilien. "Der Wohnungsmarkt in Hartberg existiert schon, aber es ist nicht leicht im Moment". Immerhin: Das knappe Angebot widerspiegelnde Preissteigerungen, wie etwa in Graz, sind in Hartberg nicht das Thema. Heschl: "Auf dem Land gibt es diese Turbulenzen nicht. Die Wirtschaftskrise haben wir in der Region auch nicht wirklich gespürt. Das ist ein eher gleichbleibender Markt."

Von der Gefahr, dass bei dem Nachfrageboom so mancher Immobilienverkäufer glaubt, "seine Türklinken vergolden zu können", weiß man freilich auch in der Oststeiermark.

Miteinander

Was private Hausbauer anlangt, verzeichnen Marktkenner wie Alfred Gradwohl von Gradwohl Immobilien eine Tendenz (von Hartberg weg) hin zum Burgenland - etwa nach Pinkafeld oder Oberwart. "Weil baurechtliche Situation und Förderungen dort in vielerlei Hinsicht günstiger sind." Im Bezirk Hartberg treffe man vermehrt Tiroler oder Oberösterreicher bei der Immobiliensuche, sind sich die Experten einig - "und Deutsche, Engländer oder Schweizer, die sich vor Jahren im Öffnungsboom in Ungarn eingekauft haben und jetzt lieber nach Österreich wollen, weil sie in Ungarn nie heimisch geworden sind", wie es Hanns Kottulinsky von Remax Thermal formuliert. Er wird außerdem nicht müde, auf Chancen hinzuweisen, die sich durch ein verstärktes Miteinander von Maklern für die Branche ergäben und durch eine neue Provisionsgestaltung.

Kottulinsky: "Derzeit werden noch 70 Prozent der Immobilien über Private und nicht über Makler verkauft. Potenzial ist für uns also ausreichend vorhanden!" In der Zusammenarbeit sieht auch Herwig Hengsberger von der IG Passivhaus eine große Chance: "Energieeffiziente Gebäude sind nachgefragt, es gibt aber kein Angebot. Es wäre gut, wenn wir diese Situation gemeinsam verbessern könnten."


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