Der Albtraum der Vermieter
Egal wie vorsichtig und aufmerksam Vermieter bei der Wahl ihrer Mieter sind: Einen hundertprozentigen Schutz vor unliebsamen Bewohnern, die Mietausfälle verursachen und die Immobilie verschmutzen oder zerstören, gibt es nicht. Was man trotzdem tun kann ...

Foto © Kleine Zeitung KärntenHat man die Mieter draußen, bleibt Chaos zurück ...
Mietnomaden
Als Mietnomaden werden Personen bezeichnet, die ohne die Absicht, anfallende Mietzahlungen zu entrichten in Mietwohnungen einziehen und nach Aufdeckung des Rückstands in eine neue Wohnung umziehen, ohne die Schulden beim Vermieter zu begleichen. Neben sozial schwachen Familien, die aufgrund der schlechten finanziellen Situation eher unbeabsichtigt zu Mietnomaden werden, verursachen vor allem zahlungsfähige Mieter mutwillig erhebliche Schäden beim Vermieter. Sie verweigern die Zahlungen kalkuliert, bleiben dabei jedoch stets weniger als zwei Monate im Rückstand, so dass die juristische Ahndung erschwert wird.
Zahlen
Laut vermietsicher.de belaufen sich die so entstandenen Rückstände in Deutschland auf derzeit rund 2,2 Milliarden Euro. Jeder einzelne Mietnomade verursacht dabei einen durchschnittlichen Schaden von 25 000 Euro.
Aufgrund des enormen Schadens, der durch Mietnomaden entsteht, bieten einige Versicherungen eine Absicherung an. Die Uniqua hat zum Beispiel im Rahmen ihrer Rechtschutzversicherung mit dem "Rechtsschutz für Grundstückseigentum und Miete als Vermieter" eine rechtliche Absicherungsmöglichkeit im Angebot. Falls der Mieter die Miete nicht bezahlt oder die Wohnung beschädigt, übernimmt die Uniqa die Kosten für die Geltendmachung der Ansprüche. Es besteht also Versicherungsschutz für das Gerichtsverfahren für bis zu 112.500 Euro. Die Niederösterreichische Versicherung bietet eine Versicherung gegen Vermieterrisiko für rund 180 Euro pro Monat an und bei der ARAG kann man sich im Zuge einer Bündelversicherung das Risiko Liegenschaftsrechtschutz für monatlich 182 Euro versichern lassen.
Messie
Das so genannte Messie-Syndrom bezeichnet schwerwiegende Defizite in der Fähigkeit, die eigene Wohnung ordentlich zu halten und Alltagsaufgaben zu organisieren. Sehr zu Lasten des Vermieters geht die Störung häufig mit starker Unordentlichkeit, Geruchsbelastung durch hygienische Probleme, Sammelwut und damit der Verwahrlosung der Immobilie einher. Im Extremfall kann die Unordnung sogar dazu führen, dass Teile der betroffenen Wohnung nicht mehr betretbar sind.
Da Messies ihre Unordnung und den Sammelzwang häufig als Versagen empfinden und sich für die Folgen schämen, verstecken sie ihre Probleme meist vor der Außenwelt. Für Vermieter gibt es deshalb kaum eine Möglichkeit, betroffene Personen frühzeitig zu erkennen, da die Fälle erst bekannt werden, wenn Nachbarn durch strengen Geruch oder Geräusche alarmiert werden.
Animal Hoarding
Das Tierhorten bezeichnet eine psychische Störung, die Personen dazu veranlasst, unkontrolliert Haustiere aufzunehmen und regelrecht zu sammeln. Schlimm für Vermieter: Nicht nur die zahlreichen Tiere, die auf viel zu kleinem Raum und häufig auch verwahrlost gehalten werden leiden, sondern auch die Immobilien, die ihre Besitzer bewohnen. Die Tierhalter, die sich selbst als Tierliebhaber oder sogar Tierschützer verstehen und den Lebewesen durch ihre Pflege etwas Gutes tun möchten, verlieren in späteren Stadien der Krankheit häufig den Überblick. Die Tiere vermehren sich unkontrolliert und die Halter kommen mit der Reinigung nicht hinterher, so dass Wohnungen oft starke Schäden erleiden und für Neuvermietungen mitunter komplett renoviert werden müssen.
Wie auch Messies, möchten Tierhorter ihre Krankheit geheim halten. Wird der Fall durch aufmerksame Nachbarn aufgedeckt, sollte in jedem Fall die Tierschutzbehörde alarmiert werden, um die zahlreichen Lebewesen in Sicherheit zu bringen. Damit nach der Räumung auch die oft schwer in Mitleidenschaft gezogene Immobilie wieder auf Vordermann gebracht werden kann, sollte auch hier die Möglichkeit einer optionalen Schadensabsicherung in Anspruch genommen werden.
Features
Prävention
- Gehaltsnachweis vorlegen lassen
- Auf vollständige Zahlung der Kaution und Vertragskosten bestehen, bevor der Vertrag unterschrieben ist bzw die Schlüssel übergeben sind
- Auskünfte von Nachbarn oder bisherigen Vermietern einholen
- Besonders vorsichtige Vermieter besuchen ihren neuen Mieter mittlerweile in der alten Wohnung, um die Verhältnisse zu sehen.


















