Nachfrageboom fischt Grazer Wohnungsmarkt leer
Gut, aber (fast) aus? Die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt lässt Branchenkenner vor einer künftigen Wohnungsnot in Graz warnen.

Foto © Immopreisatlas.atDie Hochpreisregionen liegen im Westen Österreichs, Wien ist ein Sonderfall
Über mangelnde Nachfrage bei Wohnimmobilien können sich Grazer Immobilienmakler schon seit ein paar Jahren nicht mehr beklagen. Sie haben nur ein Problem: Es gibt schlicht und ergreifend kaum noch ein attraktives Angebot. "Bedingt durch den Nachfrageboom der vergangenen Jahre ging auch schwerer Vermittelbares gut weg - mittlerweile ist auch hier die Nachfrage größer als das Angebot", erklärt Nikolaus Lallitsch von Raiffeisen Immobilien.
Als die Raiffeisen Bausparkasse und Raiffeisen Immobilien Steiermark dieser Tage zum Pressegespräch über den steirischen Immobilienmarkt luden, tauchte folglich bald die Frage auf: "Kehrt die Wohnungsnot in die Städte zurück?" Indizien dafür gibt es: "Die Wohnbautätigkeit sinkt, die Bevölkerung wächst und die Haushaltsgrößen nehmen ab. Wir haben in Städten schon 40 bis 45 Prozent Einpersonenhaushalte", sagt Lallitsch.
Trend zur Miete
"Darauf ist der Wohnungsmarkt nicht vorbereitet. Auch die Wohnbauförderung ist hier keine Korrektur." Im täglichen Maklergeschäft sei der deutliche Trend zur Miete erkennbar - "weil die Menschen einfach an die Grenzen der Leistbarkeit stoßen". Die Meinung, dass man unbedingt Eigentum schaffen muss, sei nicht mehr so präsent wie einst.
Tatsächlich sind die Eigentumswohnungspreise in Graz binnen einem Quartal um 2,7 Prozent gestiegen. Lallitsch: "Das ist enorm in einem Markt, der an sich kaum Schwankungen zeigt." Dass die Mieten in Graz in der Statistik noch moderat ausfallen, habe vor allem einen Grund: "In der Statistik tauchen nur Nettomieten auf - die Betriebskosten explodieren aber." Aus der Sicht des Vermieters reduziert sich dadurch das Renditepotenzial.

















