Arbeiterkammer: Gas-Preise seit Jahren zu hoch
Die AK sieht sich durch Razzien bestätigt: Gasanbieter geben Preissenkungen nicht weiter, Erhöhungen aber schon. Ein Preisvergleich und Anbieterwechsel kann bis zu 100 Euro bringen.

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Die Arbeiterkammer sieht sich durch die Razzien der EU-Kommission wegen Verdachts auf ein Erdgaskartell bestätigt: Die Gaspreise seien seit Jahren zu hoch, wie das aktuelle Preismonitoring bei elf Gasversorgern in Österreich zeige. "Und trotzdem drehen einige Gasanbieter kurz vor Beginn der Heizsaison an der Preisschraube weiter", echauffierte sich AK-Präsident Herbert Tumpel am Freitag in einer Aussendung.
Erneut kritisierte die Kammer, dass die Versorger die Senkung der Großhandelspreise nicht oder nur zögerlich an die Konsumenten weitergäben, Preiserhöhungen hingegen schnell auf die Verbraucher überwälzten. Seit Juli 2008 seien die Großhandelspreise für Gas um zehn Prozent gesunken. Bei funktionierendem Wettbewerb sollten sich die reinen Energiepreise ähnlich entwickeln, was laut AK aber nicht der Fall ist.
"Gründe für die Teuerungen werden immer gefunden - wie steigender Rohölpreis oder die Langzeitverträge", so die AK. Tumpel will das nicht mehr gelten lassen und forderte die Energieversorger auf, ihre Einkaufspolitik zu ändern und die derzeitigen Preisvorteile der Spotmärkte auch an die Privathaushalte weiterzugeben, nicht nur an die Industriekunden.
Kritik zurückgewiesen
Die EnergieAllianz Austria hat die Kritik der Arbeiterkammer, Gasversorger würden nur Preiserhöhungen, nicht jedoch die Senkungen an die Verbraucher weitergegeben, zurückgewiesen. "Die EAA hat zu Beginn 2009 - also noch in der Heizsaison - die Erdgaspreise in den Regionalmärkten Wien, Niederösterreich und Burgenland in mehreren Tranchen um rund 20 Prozent gesenkt", hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der APA am Freitag. Ende 2009 sei der Gaspreis nochmals um weitere 6 Prozent gesenkt worden. Man habe sämtliche Preissenkungen "immer transparent und zeitnahe durchgeführt und kommuniziert".
Besonders stößt sich die AK an Langzeitverträgen. "Die genauen Vertragsklauseln, zum Beispiel die Bindung an den Rohölpreis, sind nicht bekannt." Die Hausdurchsuchungen der EU-Kartellwächter in mehreren Ländern, darunter Österreich, sollen rasch Licht in die intransparenten Verträge bringen, so die AK.Im April 2011 erhöhte die EnergieAllianz (Wien Energie, EVN und BEGAS) die Gaspreise, ab 1. Oktober erneut. "Damit steigen allein heuer die Gaspreise (ohne Netzkosten und Steuern) bei der Wien Energie um 28,7 Prozent, bei der EVN um 21,5 Prozent, bei der burgenländischen BEGAS um 24,4 Prozent", rechnet die AK vor. Auch die Vorarlberger VEG habe ihre Gaspreise seit der letzten AK-Erhebung im Juli um 14,5 Prozent erhöht. Die Erdgas Oberösterreich und Linz AG hätten für Mitte Oktober die zweite Anhebung in diesem Jahr angekündigt.
Betroffenen Konsumenten rät die AK, Preise zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln. Die Ersparnis könne bis zu 100 Euro betragen.


















