Müllentsorgung im Heim-Ofen
Hohe Energiepreise führen dazu, dass auch in Kärnten immer mehr Menschen verbotene Brennstoffe verheizen. Die Folgen: Erhöhte Feinstaubbelastung und krebserregende Stoffe werden freigesetzt. Es drohen Strafen bis zu 2200 Euro.

Foto © BegsteigerErhöhte Feinstaubbelastung, krebserregende Stoffe werden freigesetzt: Heizen mit Abfall erhitzt Gemüter
Etwa die Hälfte der 110.000 bestehenden Heizungen in Kärnten wird mit festen Brennstoffen befeuert. Da Brennholz teurer wird, greifen immer mehr Menschen zu alternativen Brennstoffen. Viele davon sind jedoch nicht zugelassen und führen neben der Freisetzung krebserregender Stoffe zu einer erhöhten Feinstaubbelastung.
"Feststoff-Öfen sind nur für bestimmte Brennstoffe zugelassen", weiß Gerhard Cisar von der feuerpolizeilichen Abteilung des Landes. Zu den zugelassenen Brennstoffen zählen laut dem Sachverständigen Weich- und Hartholz, gepresste Holz- oder Steinkohlebriketts und Holzkohle oder Braunkohle. Keinesfalls verheizt werden dürfen alle behandelten und furnierten Hölzer, da dadurch Schadstoffe frei werden. Das ist laut Behörde "abfallrechtlich und luftreinhaltlich" verboten. Kommt es deshalb zur Anzeige, drohen Strafen in Höhe von bis zu 2200 Euro.
Was in Feststoff-Öfen alles verbrannt wird, kontrollieren die jeweils zuständigen Rauchfangkehrermeister bei den Kehrarbeiten. Aufgrund von Rückständen in den Kaminen ist erkennbar, ob unzulässige Stoffe verbrannt wurden. Oft kommt es auch zu Beschwerden durch Nachbarn und Anrainer, die sich durch Rauch oder Geruchswahrnehmung gestört fühlen. "Im Regelfall erfolgt dann eine feuerpolizeiliche Kontrolle", sagt Sachverständiger Cisar. Bei groben Vergehen folgt dann ein Verwaltungsstrafverfahren.
Autoreifen anstatt Holz
Die Problematik der Müllentsorgung im Ofen ist Cisar bestens bekannt: "So etwas kommt nicht selten vor." Als klassisches Beispiel nennt er den Fall eines Kärntners, der alte Autoreifen anstatt von Holz in seinem Ofen verbrannt hat. Das Schlimme daran: Bei der Verbrennung werden organische Schadstoffe freigesetzt, die eine nachweislich stark krebserregende Wirkung haben. Neben der Feinstaubbelastung sind diese krebserregenden Stoffe die größte Gefahr.
Eine neue Feuer- und Gefahrenpolizeiverordnung wurde jetzt von der Kärntner Landesregierung verabschiedet (siehe links). Dadurch ergeben sich Neuerungen, die vor allem Eigenheimbesitzern Erleichterungen bringen sollen. Vor allem Probleme, die es bisher öfters zwischen Hausbesitzern und Rauchfangkehrern gegeben hat, sollten damit in Zukunft vermieden werden können.


















