Pfarrer wollen "Erklärung der Gotteshäuser"
Dass der Weltkulturerbe-Ort Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut in der chinesischen Provinz Guangdong als Wohnprojekt und Tourismus-Attraktion nachgebaut werden soll, schlägt weiter Wellen der Empörung im 864-Einwohner-Ort.

Foto © APA
"Hallstatt ohne Kirchen ist nicht Hallstatt", betonte der katholische Pfarrer Richard Czurylo im APA-Gespräch am Mittwoch. Aber er hält das Kopieren eines Gotteshauses als Attraktion für bedenklich. In das selbe Horn stößt sein evangelischer Amtskollege Iven Benck: "Es hängt davon ab, wie die Kirche präsentiert wird. Ich würde mir wünschen, dass zumindest die Funktion des Gebäudes erklärt wird."
Hallstatt mit dem charakteristischen Spitzturm der evangelischen Pfarrkirche direkt am See, oder das schmucke katholische Gotteshaus eingebettet im historischen Häusermeer - beide Bauten ziehen Touristen-Massen in den Salzkammergut-Ort. Zum Leidwesen der Geistlichkeit: "Immer wieder kommen während der Messen Menschen kurz in die Kirche, gehen umher und ziehen wieder weiter", schilderte Benck die Lage. Ähnliches erzählte Pfarrer Czurylo. Nur wenige verharrten zumindest einige Minuten im Gebet. Man habe aber mit dem Umstand leben gelernt: "Man gewöhnt sich dran", sagten beide.
Gotteshaus-Kopien
Dass jetzt chinesische Architekten Gotteshaus-Kopien ins Land der aufgehenden Sonne holen wollen, löst gehöriges Unbehagen bei den Geistlichen aus: "Für Touristen sind es vielleicht Kunstwerke. Für uns sind es Bauwerke zur Ehre Gottes, und die sollen sie auch bleiben", sagt Czurylo zur APA. Wenn man ein solches Gebäude aufstelle, sollten sich Menschen zumindest fragen, was der Sinn war oder ist.
Ähnlich denkt der evangelische Pfarrer Benck: "Es hängt für mich ab, wie es präsentiert wird. Wenn ich nur ein Museum daraus mache, dann geht es einfach an der Sache vorbei. Es muss ein Ort des Gebets bleiben oder zumindest soll man darauf in China dann hinweisen."














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