Preise im Höhenflug
Der druckfrische Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer zeigt einen klaren Trend: Grund und Boden sind begehrter denn je.

Foto © Fotolia - Frog 974Die steigende Nachfrage nach Immobilien wirkt sich auch auf die Preise aus
Investitionen in Immobilien gelten als sichere Kapitalanlage und Schutz vor Inflation. In den Hochzeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen Jahre haben sich die Österreicher wieder gern daran erinnert und eifrig Grundstücke, Häuser und Wohnungen gekauft. Zusätzlich begünstigen die derzeit noch niedrigen Finanzierungszinsen die Schaffung von Eigentum.
Die Folgen lassen sich klar vom eben erschienenen Immobilienpreisspiegel 2011 des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder ablesen: Die Preise für Baugrundstücke sind im vergangenen Jahr in allen Bundesländern (mit Ausnahme des Burgenlandes) gestiegen. Ähnlich ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt, vor allem im Sektor der gebrauchten Immobilien. Bei Einfamilienhäusern gab es österreichweit zumindest teilweise starke Preissteigerungen.
Steiermark
Die steirische Situation sieht der zuständige Fachgruppenobmann Gerald Gollenz ganz entspannt: "Der Markt ist wie in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. Dies auch aus dem Grund, dass nicht zu viel produziert wird und das Angebot sich sehr gut der Nachfrage anpasst." Mit dem Blick auf die einzelnen Segmente wird es allerdings spannend. Der Preisspiegel 2011 weist für Grazer Wohnungen und Grundstücke Preisanstiege von mehr als sieben Prozent binnen einem Jahr aus. "Und das ist vor allem bei gebrauchten Wohnungen sehr plausibel", bestätigt etwa Nikolaus Lallitsch von Raiffeisen Immobilien, "weil das Geld in sicheren Immobilien veranlagt wird."
Abwärtstrend
Nachgegeben haben im Vorjahr die Preise für Betriebsgrundstücke in der Steiermark (minus 0,97 Prozent). Die Durchschnittswerte liegen jetzt laut Immobilienpreisspiegel bei 53,88 Euro/m2. In Graz sind die Geschäftsmieten um 2,34 Prozent auf durchschnittlich 28,44 Euro pro Quadratmeter zurückgegangen.
Andererseits stagnieren die Preise, wenn sie nicht gar sinken, in strukturschwachen Regionen wie dem oberen Murtal oder der Ost- und Südoststeiermark, was für Immobilienexperten allerdings schon länger eine vertraute Situation ist. Der Grundsatz lautet: "Wo Kapital vorhanden ist, wird es angelegt, wo das Geld fehlt bzw. wo sich die Leute hoch verschulden müssen, um eine Wohnung zu kaufen, zeigt sich starke Zurückhaltung." Eine erfreuliche Entwicklung nehmen derzeit laut Lallitsch die Regionen Bruck und Leoben, "hier gibt es ein festes Preisfundament." Und in Schladming seien bereits "irre Preise" erzielbar - "weil die Nachfrage so groß ist."
Stellt sich die Frage, inwieweit der Immobilienkauf in einer Hochpreissituation sinnvoll ist. "Zuerst muss man wohl sagen: ,Schade, dass Sie nicht schon früher gekauft haben' -, aber ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem die Preise wieder sinken, weil das Überangebot eindeutig fehlt", sagt Lallitsch.
Wie viel mittlerweile vor allem im Raum Graz für Top-Objekte bezahlt wird, verblüfft selbst Marktkenner wie Patricia Reisinger von Immobilien am Geidorfplatz: "2009 waren für Erstbezug, linkes Murufer, noch Quadratmeterpreise von 2850 Euro üblich, jetzt spielt sich unter 3000 Euro nichts mehr ab." Der Verkaufshit? "Gebrauchte Eigentumswohnungen in guter Grazer Lage, nicht allzu alt, mit gutem Grundriss - mit 2200 Euro/m2 muss man da schon rechnen."
Features
Mietwohnungen
Laut Immobilienpreisspiegel 2011 zeigt auch die Kurve bei der Mietzinsentwicklung in ganz Österreich nach oben. In der Steiermark haben vor allem Knittelfeld und Leoben zugelegt. Der Immobilienpreisspiegel 2011 ist um 35 Euro beim Fachverband der Immobilientreuhänder in Wien erhältlich. Zu bestellen per E-Mail und unter Tel (0 1) 522 25 92.



















