Urbane Spielwiese
Sitzmöbel, die auch bleiben. Kunst, Kuchen und ein grünes und urbanes Konzept: Architekten und Gastrobetreiber über ihr Joanneumsviertel.

Foto © Universal Museum JoanneumSo soll es ab November sein: das Joanneumsviertel neu
Achtung, dieser Ort könnte Graz verändern. Achtung, dieser Platz könnte - anders als Murufer und die Hauptbrücke nach der leidigen Sitzlettern-Story (siehe dazu Seiten 10/11) oder anders als der, abseits der Gastgärten, einsame Karmeliterplatz - von den Menschen, den Einheimischen und den Besuchern auch genützt werden.
Das Konzept von Joanneum und das Design des Graz-Madrider Architektenkollektivs ARGE Nieto Sobejano Arquitectos/eep architekten Madrid/Graz sieht das jedenfalls für das 300 Quadratmeter große Areal zwischen Neutor-, Rauber- und Kalchberggasse vor. Die Eröffnung des Joanneumsviertels neu ist für den 26. November anberaumt und die Vorbereitungen auf der größten Baustelle der Stadt laufen auf Hochtouren. Damit Graz endlich das bekommt, was wir nach Reisen in andere Städte hier vermissen: ein Museumsviertel. Einen Ort, den man aus vielerlei Gründen besuchen kann: wegen der Ausstellungen, der Grünflächen, der Events, der Gastronomie. "Der Platz ist eine urbane Fläche, die auch zum lebendigen urbanen Ort werden soll", betont Architekt Gerhard Eder.
Kunst und Kuchen
Was urban für ihn bedeutet? Dass die Entspanntheit eines Parks an einen urbanen Platz mit aller Großzügigkeit transformiert werde. "Es soll ein lebendiger und aktiver Platz werden", sagt auch Joanneums-Intendant Peter Pakesch. In Österreich landet man dann schnell beim Museumsquartier in Wien. Dessen ist sich auch Pakesch bewusst. So ein Platz müsse sich jedoch von alleine entwickeln.
Entwicklungsangebote stehen bereit. Runde Betonsitzmöbel mit Holzsitzflächen in diversen Größen sollen Platz für 100 Personen bieten, Bäume Schatten spenden, es soll Rasenflächen geben, einen Natursteinboden. "Es ist ein minimalistisches Konzept, das den Besucher auffordert, selbst aktiv zu werden."
Für das gastronomische Konzept setzt man wie beim neu eröffneten Prato auf das Gastro-Team Günther Plattner und Michael Pech. Ihnen schwebt folgendes Retrokonzept für das 120 Quadratmeter große Gewölbe vor: tagsüber Café und Bistro, abends regionale Küche auf hohem Niveau. "Derzeit stellen wir uns ein Granny-Café vor: mit Häkeldecken und Möbeln - sowie Geschirrstücken, von denen keines dem anderen gleicht."
Die Kunst soll auch Platz haben. Zur Hollein-Eröffnungsausstellung der Neuen Galerie soll auch eine Außenskulptur zu sehen sein - ein vergoldeter Kesselwagen. Dazu eine ständige Installation der Kunstgärtner Lois & Franziska Weinberger.
Graz könnte dann auch auf dieser Seite der Mur einen kitschfreien Adventmarkt bekommen. Grüße vom Museumsquartier.
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Bild vergrößernDer Zwischenstand vom Joanneumsviertel: Die Lichtkegel sind schon erkennbarFoto © Sabine Hoffmann


















