Architekt Ottokar Uhl wird 80
Der gebürtiger Kärntner ist vor allem für seine Kirchenbauten und partizipatorischen Wohnbauprojekte bekannt. Am 2. März feiert der Wolfsberger seinen 80. Geburtstag.
Morgen, Mittwoch, feiert der österreichische Architekt Ottokar Uhl seinen 80. Geburtstag. Der gebürtige Kärntner ist vor allem für seine Kirchenbauten der 60er Jahre und forciert partizipatorische Wohnbauprojekte bekannt. Zu seinen Entwürfen zählen etwa die demontable Kirche in der Wiener Siemensstraße oder die Studentenkapelle Ebendorferstraße. Am 23. März werden im Architekturzentrum Wien (Az W) anlässlich seines Geburtstags drei seiner wichtigsten Projekte sowie eine neue Publikation über den Architekten vorgestellt.
Werdegang
Ottokar Uhl wurde am 2. März 1931 in Wolfsberg, Kärnten, geboren. Er studierte von 1950 bis 1953 an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Meisterschule Prof. Lois Welzenbacher) und erhielt für seine Diplomarbeit den Preis der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs. Ab 1959 war er als freier Architekt in Wien tätig und wurde 1963 mit dem Österreichischen Staatspreis für Architektur ausgezeichnet. Von 1965 bis 1972 hatte er einen Lehrauftrag für Kirchenbau für Architekten, 1971 bis 1975 einen für Architektur und Umweltgestaltung für Kunsterzieher an der Akademie der bildenden Künste in Wien inne. Nach einer Gastprofessur in Washington wirkte er von 1973 bis zu seiner Emeritierung als ordentlicher Universitätsprofessor (und zeitweise auch als Dekan) an der Universität Karlsruhe (Lehrstuhl für Bauplanung und Entwerfen). 1985 erhielt er den Großen Österreichischen Wohnbaupreis (Anerkennungspreis), 1996 den Wittgenstein-Preis und 2001 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien. Uhl hat zahlreiche Bauten im In- und Ausland verwirklicht, wobei Kirchen, Wohn- und Schulbauten im Vordergrund stehen.
Anlässlich einer Ausstellung im Az W im Jahr 2005 bezeichnete dessen Direktor Dietmar Steiner Uhl als "einzigen intellektuellen Architekt Österreichs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts". Sein Werk stellte Uhl dem Az W 2001 zur wissenschaftlichen Aufarbeitung zur Verfügung. Im Unterschied zu anderen Architekten versuchte Uhl, seine Arbeit auch theoretisch zu reflektieren und nachvollziehbar zu machen. So forderte er auch die Entwicklung einer demokratischen Ästhetik. Uhl im Zitat: "Anstelle der Spitzenleistung einzelner Ästhetikfachleute für wenige Privilegierte ist eine reduzierte ästhetische Leistung Vieler zu fordern."
Features
Veranstaltung
Das Architekturzentrum Wien widmet sich dem österreichischen Architekten mit einer Veranstaltung am 23. März. Neben Steiner wird auch Fritz Wenzel, ehemaliger Dekan der Architekturfakultät in Karlsruhe, sprechen und der Architekt Bernhard Steger das Buch "Themen der Architektur z. B. Ottokar Uhl", das im April auf den Markt kommen wird, vorstellen.
"Az W Klassik: Der Architekt Ottokar Uhl" am 23. März um 19 Uhr im Architekturzentrum Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien.

















