Rattan: Natürlich, nachhaltig und stylish
Natur-Rattan gehört zu den Designklassikern und ist unter Architekten und Designern wieder modern. Damit aber für die Möbel nicht der Regenwald gefährdet wird, stellt der WWF nun nachhaltig produziertes Rattan vor - von Jungdesignern entworfen.

Foto © WWF/Per BrolundDer schwedische Jungdesigner Per Brolund entwickelte den Rattan "Lounge Chair"
Wer hat oder hatte nicht schon das eine oder andere Möbelstück aus Rattan in seinen eigenen vier Wänden stehen? Bisher war das aber aus ökologischer Sicht nicht immer einwandfrei. Die herkömmliche Rattan-Ernte kann nämlich den Tropenwald ernsthaft schädigen. Um das zu verhindern hat der WWF ein Pilotprojekt gestartet, das von der EU finanziert wird. An der internationalen Designmesse Ambiente in Frankfurt stellte der WWF nun sein Programm für nachhaltig produziertes Rattan vor. Dabei wurde eine innovative Kollektion für Wohnartikel und eine Analyse der Rattan-Handelsströme präsentiert.
Modernes Design
Der WWF Österreich arbeitet mit seinen Partnerorganisationen in Schweden, Deutschland, der Schweiz, Laos, Vietnam und Kambodscha zusammen um die erste ökologisch und sozial nachhaltige Rattanproduktion Asiens aufzubauen. Der WWF beauftragte außerdem schwedische Design-Absolventen der Universität Lund um in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmern Produkte für den internationalen Markt zu entwickeln. Die Produktpalette reicht von Fußmatten aus Abfall-Rattan über faltbare Körbe bis zum ausdrucksstarken "Lounge Chair", bei dem sich futuristisches Design mit einem Naturprodukt verbindet.
Exportländer
Mit Rattan handeln Indonesien (Marktanteil 80 Prozent), Laos, Indien, Kambodscha und die Philippinen.
Rattanpalmen gehören zu den Palmengewächsen. Sie wachsen kletternd und schlingen sich lianenartig über andere Bäume. Einige werden weit über Hundert Meter lang. "Gerade in der Mekongregion existieren noch besonders artenreiche Wälder, die wir mit diesem Projekt schützen wollen", sagt Beate Striebel, Leiterin des internationalen Programms des WWF Österreich. "In den letzten zehn Jahren wurden in den Mekongländern über Tausend neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt." Leider werden die Rattan-Ressourcen an vielen Orten stark übernutzt, was zu einem Rückgang von vielen Rattan-Arten führte und die Tropenwaldzerstörung vorantreibt.
Die Ziele des Projekts: Zum einen soll der Wald nach den Kriterien des internationalen Gütesiegels FSC (Forest Stewardship Council) bewirtschaftet werden. Zum andern wurden für die Warenproduktion neue Methoden entwickelt, die den UNO-Grundsätzen von "Cleaner Production" entsprechen. Material- und Energieströme werden optimiert, Abfälle, Wasserverschmutzung und Emissionen reduziert. "Nachhaltiges Rattan hat jedoch nur eine Chance, wenn es einen Markt dafür gibt und die Wälder, in denen Rattan wächst, weiter wachsen können", ergänzt Striebel. "Mit glaubwürdigem Waldmanagement, verantwortlichem Handel und dem Bewusstsein der Konsumenten wird es diesen faszinierenden natürlichen Rohstoff auch in Zukunft noch geben."
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Das WWF-Programm, wird zu 80 Prozent durch das EU SWITCHAsia Programme mit einem Betrag von 2,4 Millionen Euro unterstützt. SWITCH-Asia unterstützt umweltfreundliche Produkte und Konsum. IKEA finanziert das WWF-Programm mit.




















