Sein Traumhaus selbst bauen
Der Bau eines Eigenheims ist ein Vorhaben, das gut überlegt sein will. Die richtige Planung ist der erste Schritt, um bösen Überraschungen und überflüssigen Kosten vorzubeugen.

Foto © Doreen Salcher - Fotolia.comGute Planung ist die halbe Miete zum perfekten Eigenheim
Der richtige Bauplatz
Bei der Wahl des Grundstückes stehen neben der Lage natürlich der Kaufpreis und die Erschließungskosten an erster Stelle. Aber auch Kosten für Wasser- und Abwasseranschlüsse sind in Erfahrung zu bringen. Bei der zuständigen Gemeinde sollte man sich erkundigen, welche Kosten für Straßenbau und Straßenbeleuchtung anfallen werden. Von Gemeinde zu Gemeinde können diese Kosten sehr unterschiedlich sein. Ist das Grundstück ländlich gelegen, ist es wichtig zu wissen, wie schnell Kindergarten und Schule, Einkaufsmöglichkeiten, Arzt und Krankenhaus zu erreichen sind. Auch die Anbindung an das Autobahnnetz und den öffentlichen Nahverkehr sind Gesichtspunkte.
Wie sieht die Planung für die Bebauung der Umgebung aus? Entsprechende Informationen kann man sich bei der Gemeinde einholen. Ein wichtiger Aspekt bei der Wahl des Baugrundes ist auch die Bodenbeschaffenheit. Je nach Beschaffenheit muss eventuell das Fundament angepasst werden, wie Beton oder Ziegelwände. Um Kellerwände und somit das gesamte Haus vor Feuchtigkeit zu schützen, muss vielleicht ein Drainage-System in Erwägung gezogen werden. Es ist auch üblich, ein Bodengutachten erstellen zu lassen.
Der Keller
Natürlich muss man bei der Planung berücksichtigen, ob das Haus unterkellert werden soll oder nicht. Nach dem heutigen Stand veranschlagt man hierfür Baukosten in Höhe zwischen 25.000 Euro (Reihenhaus) und 35.000 Euro (Einfamilienhaus). Dies sind Durchschnittswerte und können variieren. Sicher ist ein Keller von Vorteil, um ihn als Lager- und Hobbyraum oder als Wohnkeller zu nutzen.
Möchte man den Keller allerdings bewohnen, ist einiges zu beachten. Eine gute Wärmedämmung, bessere Stromversorgung, Heizung und vielleicht auch andere Fenster für mehr Licht und wohnlichere Türen, um die Kellerräume behaglich zu gestalten, müssen finanziell berücksichtigt werden. Mit einer guten Keller-Wärmedämmung spart man erheblich bei den Heizkosten.
Behördengänge
Der erste Weg führt zum Gemeindeamt als zuständige Baubehörde. Ein Blick in den Flächenwidmungsplan gibt Auskunft darüber, ob das gewählte Grundstück überhaupt als Bauland gewidmet ist. Es sind die Bebauungsrichtlinien (Geschossanzahl, Abstände,..) der Gemeinde zu befolgen und Informationen über das Baurecht des jeweiligen Bundeslandes zu beachten. Wenn alle Anträge gestellt und positiv erledigt worden sind, erteilt die Gemeinde die Baubewilligung. Die Gemeinde muss über den tatsächlichen Baubeginn in Kenntnis gesetzt werden. Außerdem muss eine sachgemäße Durchführung des Baues durch eine befugte Person (Baumeister) sichergestellt sein. Die Fertigstellung des Baus ist ebenfalls der Gemeinde anzuzeigen. Dann erfolgt die Abschlussprüfung durch einen Sachverständigen, danach erteilt die Gemeinde die Benützungsfreigabe und das Haus darf bewohnt werden.
Finanzierung
Hausbaufirmen bieten in der Regel einen Finanzierungsservice an, der dann ein Baubetreuer stellt. Dieser muss natürlich bezahlt werden, nimmt dem Bauherrn aber viele Wege ab, wie z.B. die Termine zur Kreditbewilligung bei der Bank. Man kann sich aber auch bei jeder Bank ein Finanzierungsmodell erstellen lassen. Welches Darlehen zum Bauherrn passt, ist von vielen Faktoren abhängig: Wie viel Eigenkapital hat man zur Verfügung? Wie hoch darf die monatliche Belastung sein? Kann Eigenleistung beim Hausbau erbracht werden? Oder können öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen werden?
Banken können auch eine Vorfinanzierung anbieten, was Bauherren zugute kommt, die noch keinen Bausparvertrag haben. Dieser wird dann während der Kreditlaufzeit angespart und die Bausparsumme wird vorgestreckt. Hat man einen Bausparvertrag, der aber noch nicht zugeteilt wird, kann man diese Zeit mit einer Zwischenfinanzierung überbrücken. Sind die Finanzen geklärt geht es ans Bauen.
Das Bauprojekt
Nachdem man sich auf eine Baufirma festgelegt hat, steht jetzt die Frage an, wie soll das Bauprojekt aussehen und wie groß soll es sein, wie soll die Raumaufteilung erfolgen, möchte man eine Standard- oder Komfortausstattung? Außerdem sollte vor Baubeginn schriftlich festgelegt sein, welche Leistungen im Grundpreis enthalten sind, um späteren Missverständnissen vorzubeugen. Auch sollten Fragen zu Schallschutz, Wärmedämmung, Feuchtigkeitsschutz u.ä. vorher abgeklärt werden. Um eine Bewilligung des Bauvorhabens zu gewährleisten, sollte von vornherein bedacht werden, dass sich das Bauprojekt in das Gesamtbild der Umgebung einfügt. Und hier kommen nun Architekt oder Baumeister ins Spiel ...
Features
Architekt ...
Hat man sich zum Bau eines Hauses entschlossen, steht zur Wahl, als Bauherr neben dem erforderlichen Architekten sämtliche beteiligten Gewerke selbst zu bestimmen. Der Architekt wird in diesem Fall die technische Überwachung des Bauablaufes übernehmen und dem Bauherren Hinweise und Anweisungen zum erforderlichen Vorgehen geben. So wird abgestimmt, in welcher Reihenfolge die Arbeitsschritte auszuführen sind und vor Ort die korrekte Auführung überprüft. Die Hauptlast der Verantwortlichkeit für das Forstschreiten des Bauverlaufes ruht bei diesem Vorgehen aber auf den Schultern des Bauherren.
... oder Baumeister?
Die andere Möglichkeit so ein Bauvorhaben abzuwickeln liegt darin, einen Baumeister zu beauftragen. Dieser übernimmt dann die Verantwortung für sämtliche Vorgänge von der Planungsphase bis zur Schlüsselübergabe. Der Baumeister plant entsprechend dem Wunsch des Kunden den gesamten Bau, prüft die Eignung des Grundstücks, sorgt für die Berechnung der Statik und holt behördliche Pflichtgenehmigungen ein. Er verpflichtet die Gewerke wie Maurer, Zimmerer, Dachdecker u.a. unter Berücksichtigung von Zeitplänen und spricht die Materialbeschaffung ab.



















