Heizungsbranche fordert Neuauflage des "Sanierungsschecks"
Die Österreicher fahren ihre Investitionen in moderne Heizungssysteme zurück. Daher kämpft die Heizungsbranche kämpft mit Absatzrückgängen.
Die Produzenten, Lieferanten und Installateure von modernen Heizungssystemen leiden unter der Sanierungsmüdigkeit der Österreicher. Die Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten (VÖK) spricht von Absatzrückgängen von 20 Prozent bei Heizungsanlagen, die mit Holz, Pellets oder Hackschnitzel betrieben werden, und 23 Prozent bei Wärmepumpen. Bei den Solarheizungen verzeichnet der Branchenverband Austria Solar ein Minus von 10 Prozent. Die Branche spricht von einem Schritt weg vom Kyoto-Ziel und fordert eine Neuauflage des "Sanierungsschecks".
Laut Austria Solar werden nur 17 Prozent der Solaranlagen in Neubauten, aber 83 Prozent in bestehenden Gebäuden errichtet. Die rückläufigen Sanierungsbestrebungen der Österreicher würden die Solarwärmebranche mit ihren 7.000 Beschäftigten schwer treffen. Ähnlich äußert sich Elisabeth Berger, Geschäftsführerin der VÖK: "Sollten erfolgreiche Anreizsysteme wie der Sanierungsscheck 2009 nicht wieder aufgelegt werden, so sehe ich wenig Chancen, wie der Sanierungsmarkt die Rückgänge im Neubau kompensieren soll". Das würde die Branche, die 45.000 Mitarbeiter beschäftigt und derzeit 5.000 Lehrlinge ausbildet, empfindlich treffen.
Der 2009 aufgelegte Sanierungsscheck war eine Förderaktion zur thermischen Sanierung von Privathaushalten. Die ursprünglich bis Jahresende laufende Aktion musste nach rund zwei Monaten beendet werden, weil der Ausgabenrahmen von 61 Mio. Euro ausgeschöpft war. VÖK und Austria Solar fordern nun eine Neuauflage. Das würde nicht nur innovative Wirtschaftszweige unterstützen, sondern Österreich auch dabei helfen seine Klimaschutzziele zu erreichen.
Laut Austria Solar würde die Republik schon jetzt über 100 Mio. Euro jährlich für CO2 Zertifikate ausgeben müssen, um das Kyoto-Ziel zu erreichen. Ein Wert der sich bis 2010 auf über 500 Mio. Euro erhöhen würde. Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar: "Eine Solaroffensive lässt sich rasch umsetzen, sie spart CO2, schafft Arbeitsplätze und bringt Budgeteinnahmen". Auch der VÖK erinnert an die vertraglich geregelten Klimaschutzziele Österreichs und spricht von bis zu 30 Prozent weniger Energieverbrauch pro Jahr und Haus im Falle einer Modernisierung der Heizung.


















