Warnung vor Mietkostenexplosion
Die gemeinnützigen Wohnbauträger warnen vor einer Mietkostenexplosion: Bald könne die Wohnungen "niemand mehr bezahlen".

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Die Arge Eigenheim, ein Zusammenschluss gemeinnütziger Wohnbauträger, hat in einer am Freitag präsentierten Studie darauf hingewiesen, dass Wohnen in den letzten Jahren "kein Preistreiber" gewesen sei. Durch die aus Sicht von Arge-Obmann Klaus Lugger fast schon zu hohen Qualitätsstandards könnte sich das aber bald ändern. Wenn jetzt dann die Zinsen wieder zu steigen beginnen, "explodieren die Kosten für neue Wohnungen", warnte er. Bis zu drei Tiefgaragen pro Wohneinheit, Glasbauten, Null-Energiestandard, Liftanlagen ab dem zweiten Stock - "das kann niemand mehr bezahlen."
"Die Mieten für Neubauwohnungen werden steigen", so Lugger auf APA-Nachfrage. "Zuletzt trugen die sehr niedrigen Kapitalmarktzinsen dazu bei, dass der zusätzliche Aufwand kaum auf die Mieten durchschlug. Dies wird sich mittelfristig mit Sicherheit ändern", erläuterte Studien-Co-Autor Wolfgang Amann in einer Aussendung.
Die Wohnbauförderung der Länder werde die steigenden Kosten immer weniger abfedern können. Überhaupt sei die Wohnbauförderung massiv unter Druck, einerseits aufgrund von Budgetrestriktionen, andererseits wegen des verstärkten Einsatzes in der Sanierung und die steigenden Kosten für Wohnbeihilfe, so Amann. Lugger warnte aber davor, die Wohnbauförderung zu kürzen. "Wir haben jetzt mit 30.000 Fertigstellungen im Jahr schon weniger als in den Jahren davor, wo es noch 45.000 jährlich waren." Dieser Rückgang sei auf den Sparzwang der Länder zurückzuführen, man habe das Geld für etwas anderes verwendet.
In den vergangenen Jahren sei die Wohnkostenbelastung dagegen stabil geblieben. Im Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2009 sei der Wohnungsaufwand um nur 1,8 Prozent jährlich gestiegen, der Verbraucherpreisindex (VPI) habe in diesem Zeitraum um 1,9 Prozent pro Jahr angezogen. Die Betriebskosten hätten nur um 0,7 Prozent pro Jahr zugenommen.
Momentan mache Wohnen 22,4 Prozent der Konsumausgaben privater Haushalte aus. Anfang der 1990er Jahre seien es erst rund 17 Prozent gewesen. Der Anstieg sei auf die Zunahme der Wohnfläche pro Person zurückzuführen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten um fast 30 Prozent auf über 42 Quadratmeter pro Person zugelegt habe.




















