Vom Enzi zum Enzo: Neue Hofmöbel im MuseumsQuartier Wien
Nachdem rund 50 Sitzmöbel bereits seit Ende April im MuseumsQuartier zum Verweilen einladen, wurden nun weitere Exemplare geliefert - und diese werden als sogenannte "Enzos" in neuem Design das Erscheinungsbild der MQ-Höfe verändern.

Foto © APADie neuen Verweilmöbel sind in Design und Erscheinungsbild den bisherigen Sitzgelegenheiten durchaus ähnlich, aber robuster
Der Generationenwechsel ist vollzogen: Rund 60 fabrikneue "Enzos" stehen seit Dienstag im Wiener Museumsquartier zum Liegen bereit. Die Stadtmöbel lösen damit die beliebten "Enzis" ab, die zum Großteil im vergangenen Winter einem Feuer zum Opfer fiel. Das neue und dank Hohlräumen viel graziler wirkende Modell sei billiger, robuster, feuerfester - und mit Wasser befüllbar, freute sich MQ-Direktor Wolfgang Waldner.
Damit die Enzos trotz ihres geringeren Gewichts dort bleiben, wo sie hingehören, kann Wasser in das Innere der Stücke geleitet werden. Rund 1.500 Euro pro Stück - und damit laut Waldner deutlich weniger als die bisherigen Liegen - kostet ein Exemplar der bunten Designobjekte. Am frühen Vormittag wurde das noch gestapelte Interieur angeliefert und dann schrittweise in den Höfen des Museumsareals verteilt. Die zweite, rund 20 Enzos umfassende Tranche kommt erst in einigen Wochen. Doch mit den noch in der alten Version nachbestellten Enzis befänden sich schon jetzt mehr als 100 urbane Kojen im MQ.
Rechenarbeit
Die Entwicklung des Produkts sei äußerst komplex gewesen, berichtete das Designerduo Ludwig Slezak und Margarita Navarro, das in Zusammenarbeit mit den Enzi-Erfindern, dem Architektenteam PPAG, die aktuelle Version erarbeitete. Die Liege dank Hohlräume leicht wirken zu lassen und gleichzeitig stabiler zu machen, habe etwa viel Rechenarbeit erfordert.
Die konischen Höhlen haben aber nicht nur ästhetische, sondern auch profan-praktische Gründe: "Eine Vorgabe war, dass die Dinger mit dem Gabelstapler aufgeladen werden können", so Slezak zur APA. Momentan sind die Enzos in Magenta, Erdbeerrot, Grasgrün und Elfenbein gefärbt. Bei der künftigen Kolorierung stehe eine Palette von rund 100 Farben zur Verfügung. Hergestellt werden die Objekte in Italien, weil "Österreich bei Design vor allem hinsichtlich der umsetzenden Firmen noch ein Entwicklungsland ist". Im südlichen Nachbarland sei die Herstellungskompetenz viel höher.
Verweilmöbel spielten eine wesentliche Rolle dafür, dass das Museumsquartier als Ort funktioniere, zeigte sich Waldner überzeugt. So sei der mit historischen Bauten und moderner Architektur ausgestattete Kulturkomplex die erste Zeit nach der Eröffnung fast leergeblieben - mit Ausnahme jener Menschen, die in die Ausstellungen pilgerten. Das ist seit Einzug der Enzis im Jahr 2002 anders: Scharen vorwiegend junger Leute bevölkern an lauen Sommerabenden den Haupthof. Das bringt laut Direktor pro Jahr rund zwei Mio. zusätzliche Gäste.
Features
Kleine Italiener
Produziert werden die neuen Möbel von zwei Firmen in Italien. Im ersten Schritt wird die Aluminiumform hergestellt, in die dann in einem speziellen Rotationsverfahren die Kunststoffmasse hineingegossen wird. Die neuen "Enzos" bestehen aus Polyethylen und sind somit zu 100 Prozent recyclebar.
Foto

Das MuseumsQuartier als beliebter SommerhofFoto © Leopold Museum

















