Cafe Museum: Design-Revolution ohne Plüschatmosphäre
Auf Adolf Loos folgt Josef Zotti - und das jetzt bereits zum zweiten Mal: Das Cafe Museum in Wien wird im Herbst wieder eröffnet. Zuvor wird jedoch das nachgebaute Loos-Interieur gänzlich verschwinden. Der neue Chef orientiert sich bei der Innenausstattung wieder an jenem Design, das Josef Zotti Anfang der 1930er Jahre entworfen hat.

Foto © APASo präsentierte sich das Cafe Museum seit 2003: im reduzierten Loos-Design der Jahrhundertwende
Das nun vor der Wiedereröffnung stehende "Cafe Museum" in Wien konnte sich nicht nur wegen seines Namens als legendärer Treffpunkt für Intellektuelle, Künstler und Literaten etablieren. Auch die Lage zwischen Secession, Künstlerhaus und Akademie der bildenden Künste spielte dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Berühmtheit erlangte der schlichte, helle Innenraum des Kaffeehauses: Adolf Loos verzichtete bei der Gestaltung auf die damals übliche Plüschatmosphäre sowie auf Jugendstilornamente.
Kühl
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Foto vergrößernAlle Möbel, Lampen und andere Interieurdetails müssen für das Cafe neu angefertigt werdenFoto © APA
Alle Möbel, Lampen und andere Interieurdetails müssen für das Cafe neu angefertigt werdenGrafik © APA
Das 1860 erbaute Haus an der Ecke Friedrichstraße/Operngasse ist eines der ältesten in der Ringstraßenzone. 1899 wurde darin das Cafe Museum eröffnet. Loos konnte dabei seine Opposition zur Opulenz des Wiener Späthistorismus beeindruckend darstellen. Der Raumeindruck des Lokals war vor allem durch seine Überschaubarkeit geprägt - oder von einer für Wiener Kaffeehäuser ungewöhnlichen Kühle, wie manche meinten.
Zu den Stammbesuchern des Lokals gehörten neben Adolf Loos auch Otto Wagner, Egon Schiele, Gustav Klimt und Joseph Maria Olbrich. Von den Schriftstellern ließen sich gerne Roda Roda, Georg Trakl, Joseph Roth oder Hermann Broch auf den bei Thonet gefertigten Stühlen nieder. Peter Altenberg verlegte sogar seinen "Wohnsitz" vom Cafe Central ins Museum.
30 Jahre Loos
Das Cafe besaß ein Spielzimmer, ein Extrazimmer und das sogenannte Gibsonzimmer ("Gibson-Room"), benannt nach den dort ausgestellten Zeichnungen des amerikanischen Karikaturisten Charles Dana Gibson. Gegenüber dem Eingang an der Ecke war eine Sitzkassa positioniert.
Die Schöpfung von Adolf Loos konnte 30 Jahre bewundert werden, danach wurde das Cafe Museum vom Südtiroler Josef Zotti neu gestaltet. Zu den größten Veränderungen zählten neben dem Abbau der Sitzkassa in der Mitte des Raumes die neuen halbrunden Sitzbänke.
2003 wurde umgebaut. Die Rekonstruktion des Originalzustands war dabei das Ziel. Der Erfolg blieb jedoch aus: 2009 musste das Lokal schließen. Nun wird das Cafe Museum erneut umgestaltet. Der neue Pächter, Landtmann-Chef Berndt Querfeld, orientiert sich dabei wieder am Zotti-Entwurf.
Features
Geschichte
Das als Künstler- und Literatencafe bekanntgewordene Traditionscafe wurde 1899 eröffnet. Niemand geringerer als der Architekt Adolf Loos wurde mit der Planung der Innenausstattung beauftragt. Zotti, ein Schüler von Josef Hofmann, nahm im Lokal am Karlsplatz später umfangreiche Änderungen vor. Er entschied sich unter anderem für Sitzlogen und halbrunde Bänke. 2003 folgte eine Rückkehr zum Loos-Prinzip, die jedoch von den Stammgästen eher nicht goutiert wurde. 2009 wurde das Cafe geschlossen.
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Bild vergrößernGemeinsam mit Eigentümer Alexander Rokitansky und der Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer, Brigitte Jank, durfte Chef Berndt Querfeld auf einer der beliebten roten Bänke Platz nehmenFoto © APA


















