Studentenheime: Preise sind überdurchschnittlich gestiegen
Studenten stiegen zuletzt verstärkt auf Wohngemeinschaften um. Allerdings rufen Experten dazu auf, nicht auf ein ausreichendes Angebot für sozial Schwächere zu vergessen.

Foto © Günther Menzl - Fotolia.comDie WG löst zunehmend das Studentenheim ab
Die Preise für das Wohnen in Studentenheimen sind zwischen 1990 und 2008 deutlich stärker gestiegen als der Verbraucherpreisindex. Gleichzeitig sind die Studenten zuletzt stärker auf andere Wohnformen - vor allem Wohngemeinschaften - umgestiegen. Der Rechnungshof (RH) empfiehlt daher in einem veröffentlichten Bericht, im Rahmen eines Förderkonzepts "sicherzustellen, dass auch weiterhin ein ausreichendes Angebot für sozial schwächere Studierende erhalten bleibt".
Wieviele werden gebraucht?
Dem Wissenschaftsministerium rät der RH grundsätzlich zu einer "umfassenden Bedarfserhebung", da derzeit ein aktueller Gesamtüberblick über die Anzahl der österreichweit bzw. regional möglicherweise benötigten Heimplätze fehle. Auf deren Basis solle ein Förderungskonzept erstellt werden, aus dem Schwerpunkte, quantifizierbare Ziele, Volumen und beabsichtigte Wirkung der Förderungen abgeleitet werden.
Ende 2008 gab es österreichweit laut RH 32.200 Heimplätze für knapp 280.000 Studenten. Zwischen 1990 und 2008 ist die Zahl der Plätze damit im Schnitt um jährlich 3,2 Prozent gestiegen, jene der Studenten nur um rund 1,6 Prozent. 1990 kamen deshalb auf 100 Studenten 8,76 Heimplätze, 2008 waren es schon 11,57. Der Anteil der Studenten, die in Studentenheimen wohnen, ist zwischen 1998 und 2006 von elf auf knapp zehn Prozent allerdings leicht zurückgegangen.
Insgesamt waren die Heime laut RH "gut ausgelastet": "Aufgrund der Möglichkeit, dass Studierende Mehrfachanträge stellen konnten, war allein aus der Zahl der Bewerbungen um Heimplätze jedoch nicht zwingend eine das Angebot übersteigende Nachfrage ableitbar."


















